Aphorismen

Aphorismen zum besseren Verstehen der inneren Zusammenhänge von Natur, Glaube und Kunst

Zum Kennenlernen einer genaueren Determinierung und Verdeutlichung meiner Weltanschaulichen Perspektiven haben Sie Gelegenheit, einige Aphorismen nachzulesen, deren Inhalte jeweils durch unterschiedliche Thematiken und Begriffe bestimmt sind.

2001-07-05Wir suchen oft nach dem Bleibenden, nach einem Halt, nach etwas, was uns innerlich aufrichtet. Doch nichts verschafft uns letztlich einen verlässlichen, endgültigen Eindruck, so dass alles, worin wir ein Werden erblicken, uns hoffnungslos altern lässt.
2001-07-08Das Jenseitige ist für den Künstler dessen Schaffen für die Nachwelt, das Diesseits liegt in seinem Glauben an die Schöpfung, in seiner Erkenntnis von derselben, aus welcher gläubigen Kraft er sie in seinen Werken wiederfindet.
2002-05-08Wir selbst bilden jenes Innere, welches wir im Äußeren vorfinden, in seiner Größe als gestaltbare Form, im Kleinen und Großen potenziert – in einem zerklafterten Wald, nachts, nach oben blickend, in den glänzenden Sternenhimmel, den wir in uns tragen.
2003-04-25Wer gab schon jemals eine unumstößlich glaubwürdige Definition des Begriffes von Kunst von sich, so dass diese gleich jedem einsichtig und für einen selbst nachvoll­ziehbar war? Jede Schöpfung durch den Menschen fordert wohl zu eingehender Betrachtung auf und führt notwendigerweise zu dem Schluss, dass das Geheimnisvolle eines Kunstwerkes eben darin liegt, die Entsprechung des Menschen seiner selbst zu sein.
2003-12-23Es geht nicht darum, ein vielleicht einem anderen gleich-wertiges Gemälde zu fertigen, sondern in erster Linie darum, ein an und für sich voll-wertiges Gemälde zur Vollendung zu bringen, das dann erst, aufgrund seiner individuellen Eigenarten neben anderen auch als etwas, was sich jeden Vergleichs entzieht, betrachtet werden kann.
2004-01-11Es ist wohl eher anzunehmen, und dies ist eine meiner bestimmend­sten Thesen, dass der Mensch weniger durch die plumpe Nachahmung, als vielmehr durch das wertende Vergleichen wahrgenommener Inhalte und von Beobachtetem lernt. Die Nachahmung, so wage ich zu behaupten, hat ein unmenschliches, dem Menschen zuwiderlaufendes Verhalten zur Folge. Wohingegen das vergleichende Werten von Objekten oder von Gedanken viel­mehr dazu führt, dem Lernenden ein nach der Vernunft orientier­tes Handeln oder erst schlechthin die Vernunft in ihm angedeihen zu lassen. Zu betrachten ist daher das vergleichende Werten als Voraussetzung aller Dialektik und Reflexion.
2004-04-21Ein schönes offenes Dekolleté ist die beste Anleitung zur Selbstliebe, welche die Voraussetzung aller Zuwendung zum Nächsten ist.
2004-05-21Einfachheit, will heißen Schlichtheit und Bescheidenheit ermöglichen erst jene Demut vor der Schöpfung, welche diese Wahrheit über den Menschen aussagt als jemanden, der zwischen Gott und ihm das Verbindende sieht, so ihm dann erlaubt ist, sich für das Erschaffene in Natur und im Werk des Menschen ergeben in Gebet und Dank an den Schöpfer zu wenden.
2004-07-11Das Licht in seiner Totalität und damit auch der Schatten in eins sind nichts weiter als die reine Substanz der Farbe in ihrer Kontrastierung zu anderen Farbwerten. Die Frage danach, wie sich Plastizität als solche denn darstellen ließe, erübrigt sich also und es erscheint nicht mehr notwendig, nach der herkömmlichen Weise nach den Licht- und Schattenseiten abzubilden.
2004Das, was ihr nicht wisst und wozu euch die Gewissheit fehlt, ist, dass ich selbst, im Gegensatz zu euch, mir der Grenzen meiner Fähigkeiten bewusst bin, wohingegen ihr meint, alles nach Vernunftgründen zu wissen und euch der wahrhafte Glaube an das nach menschlichem Ermessen Machbare fehlt. (Juli 2004)
2005-02-28Du musst dich selbst für wertvoll genug halten können, um von anderen geliebt zu werden.
2005-03-04Wir lieben das Leben viel zu sehr, als dass wir ihm auf irgend­eine Weise ungerecht widerfahren wollten. Denn alles Leben hat seinen Ursprung aus der Gerechtigkeit Gottes, für das auch wir für uns selbst Verantwortung tragen und es als sein wertvollstes Geschenk ansehen dürfen.
2005-05-18Es scheint so, als bräuchte der Mensch jemanden, ein Gegenüber, das ihm Gegenwart zuteil werden lässt und ihn des Zweifels darüber beraubt, sich darüber im Klaren zu sein, dass alles Leben ver­mutlich endlich ist.
2006-01-31In jedem Körnchen Staub der Erde steckt der Geist Gottes, der in uns übergeht, wenn wir unsere Schritte danach lenken.
2006-02-05Die Liebe ist wie eine Feder im Wind: Der Zufall schaukelt sie herab zwischen dir und mir an das Ziel, zu welchem sie schließ­lich gelangt.
2006-03-04Man darf einem Bild ruhig ansehen, dass Arbeit darauf verwendet wurde; es muss jedoch nicht alles mit einer übertriebenen Perfek­tion vor sich gehen. Wichtig ist nur, dass du dabei vor dir selbst glaubhaft bleibst.
2006-03-04Im Moment der Fertigstellung eines Gemäldes kann zunächst ein Detail daraus überzeugen, was schließlich dazu führt, dass es dann auch als Ganzes glaubwürdig wird.
2006-05-02Verwerflich bleibt nach wie vor jede Form der Gewalt, so wie jene des Terrorismus, der bei uns auch schon einige Tradition hat und wie ein Zeichen unserer unbewältigten Vergangenheit der Naziherrschaft anmutet und deshalb in seiner jetzigen Ausprägung in fernöstlichen Ländern sogar als moderner Faschismus betrachtet werden kann, da dieser beabsichtigt, durch die daraus resultierende Angst und Einschüchterung jeden Freiheits­willen des Menschen zu unterdrücken.
2006-05-13Das Unterbewusstsein, von dem viele sprechen, mutet an wie etwas, worüber man sich quasi gedankenlos auslässt, wie bei einer Schau nach innen, die dabei angestellt wird, aber zu keiner eigentlichen Sprache fähig bleibt.
2006-05-13Die Wahrheit ist etwas, wovor wir nicht die Augen verschließen sollten, was uns alle über kurz oder lang einholt, die Tatsachen und Sachverhalte unseres Lebens erneuert und die Wirklichkeiten umstrukturiert. Ihrem Wirken entkommt keiner; entweder lässt sie uns zu bestimmter Zeit zu deren Gegenwart stehen, wobei sie dann auch sehr lehrreich sein kann, oder uns in unserer Kleinheit an ihr zerbrechen und zugrunde gehen.
2006-05-20Die Leute, so kann man feststellen, sehen etwas und eben alles, was sie und wie sie etwas sehen und auf ihre Weise verstehen wollen.
2006-06-20Die Malerei ist von den bekannten Kunstformen diejenige, die in ihren Erscheinungen verschiedener Zeiten, nach deren Berührung mit bestimmenden philosophischen Problemen und Begriffen, endlich wieder in den großen Fluss der Kulturen und Denktraditionen zurückmündet und uns mithin jeweils eine Sichtnahme auf das Zeitgenössische oder des Modernen überhaupt erst erlaubt und ermöglicht.
2006-09-29Alle Äußerlichkeit ist nur Schein, sobald man hinter den Dingen eine Regung vermutet, vielleicht ein Gefühl oder gar die Liebe, die uns ebenso bei geschlossenen Augen wieder vollends zu uns selbst wie damit auch zum Wesenskern alles Übrigen zurückführt und aufgrund dessen Geborgenheit und Ruhe vermittelt.
2007-02-02Die Malerei ist nicht dazu da, dass möglichst viel Geld mit ihr gemacht werden soll, sondern sie ist im moralischen Sinne wertfrei um ihrer selbst und jeweiligen ideellen Zielsetzung willen zu betreiben, so dass sie, ihrem ureigensten Wesen gemäß, letztlich schlicht als Bild zur Vollendung gebracht werden kann.
2007-02-26Führt doch nicht jede wahre Philosophie erst alle Tradition ad absurdum, bevor sie ihren ureigensten Gedanken ausspricht, der wie das Leben selbst ist und jenes gerade die Kunst in ihren besten Werken nachzubilden sucht? Danach will der gemeine Mensch ein größtmöglichstes Maß an Freiheit erlangen. Lasst uns deshalb die Dinge und Verhältnisse, in denen er lebt, zu seinem Vorteil verändern.
2007-05-21Die Menschen sollen an das glauben, was sie sehen, dann können sie auch daran glauben, dass sie vielleicht einmal wissen werden und daraus soviel wie Einsicht oder ein Wissen um etwas erwächst.
2007-06-23Wenn man meint, dass etwas einem Ende zugeht, sind oft die Dinge und Menschen, so wie sie sind, am genauesten zu erkennen und begegnen uns in der Wirklichkeit dann auf ihre Weise am nächsten.
2008Es ist ein Zeichen wahrhafter künstlerischer Inspiration, wenn sie um den ganzen Menschen bemüht ist und das Interdisziplinäre an ihren Ausdrucksweisen in den Momenten ihres Aktivwerdens zum Vorschein kommt.(Dezember 2008)
2008Nichts kann ein Dichtergemüt mehr erschüttern, als das zarte Weinen einer Frau.(Dezember 2008)
2008Im Zwist mit sich und der Welt ist es wichtig, endlich wieder zu einer Versöhnung zu kommen mit dem eigenen Menschenbild, um danach nicht sagen zu brauchen, dass man keinem eine Träne mehr nachweinen muss, wenn es auch nur einem einzigen bisher so erging, wie einem selbst.(Dezember 2008)
2009-01-01Die Kunst birgt meist jene Kräfte des Okkulten in sich, die uns Überzeugungen lehren, denen gegenüber wir sonst völlig uneinsichtig gegenüberstanden und ihnen nun aufgrund ihrer verblüffenden Wirkungen ihrer Substanz Glauben schenken, und das gerade deshalb, weil wir in ungewohnter Weise verspüren, dass von einem Kunstwerk Heilsames ausgeht und wir nach solch einem Erlebnis, an uns selbst erneuert, der Welt wieder begegnen.
2009-01-02Was wäre an uns unser Menschsein, wenn wir unserem Nächsten sein Leben nicht gönnten … Wir würden selbst jeder Freude und jedem Lebenssinn entbehren, so dass letztendlich wir auf ewig in einem der undankbarsten Zustände, nämlich in jenem des Nichtgeliebtwerdens und der absoluten Fühllosigkeit verharren müssten. Die Selbstliebe hingegen, die das Resultat dieses Begünstigens, der Affirmation allen Lebens ist, führt uns zum Zentrum aller Ichbestrebungen, zu jenem Selbst, das alle anderen Individuen an allem Leben gleichermaßen teilhaftig werden lässt.
2009-01-03Dort, wo sich Deutschtum angesellt, meint jeder gleich, es gehört ihm mehr noch und schon bald die ganze Welt.
2009-01-04Bis zu einem gewissen Grade bewege ich mich eingestandenermaßen schon in psychotischen Zuständen –, jedoch glücklicherweise nicht ganz, sonst wäre mein Leben bereits vollständig an mir selbst verlorengegangen.
2009-01-08Es hat schon oft geholfen, das Richtige mit dem schönen Gedanken zu unterlegen, da auf diese Weise meist zu Frieden und Übereinstimmung gefunden wurde.
2009-01-10Vom und durch das geschriebene Wort lebe und atme ich, auch wenn ich im materiellen Sinne meine Existenz nicht davon bestreiten muss – die Literatur und meine Achtung vor ihr bestimmt eben meine Denkungsart, die Malerei hingegen meine sichere Gangart, die mich in ausreichender Weise aufrecht durchs Leben weist.
2009-01-14Schon bei der ersten Entstehung meiner Bilder legte ich die Saat aus lyrischen und leuchtenden Farbfeldern vor die Augen ihrer Erkunder –, nun gehen sie im Leben auf.
2009-01-19Es kann schon zu einer Glaubensfrage werden, ob ich mir faschistisches Gedankengut, das sich verschiedentlich nähert, aufdrängen lasse, oder mit aller Überzeugung für die Durchsetzung demokratischer Rechte eintrete, für die Gleichberechtigung der Individuen vor geltendem Recht und gegen eine nicht legitime Bevorzugung Einzelner vor geltendem Recht. Zwar wäre es dann so, als ob alles nach einer Gleichmacherei aussähe, doch ist dies, wenn man genauer hinsieht, anders, denn die Probleme, in die Menschen verstrickt sind, sind mannigfaltig und unterscheiden sich häufig von Fall zu Fall und es ist dabei unbedingt notwendig, genau auf den Einzelnen einzugehen, um Legitimationsgründe für ihn in seinen Ansprüchen, soweit sie gerechtfertigt sind, zu schaffen. Hierin ist der Hauptunterschied zu dem Herrschaftswillen autoritärer Systeme zu sehen, die von einer unpersönlichen Doktrin oder Ideologie ausgehen und deren Regelwerk dem Menschen überzustülpen versuchen, wohin das an gerechteren und freiheitlichen Prinzipien orientierte sich nach den Ansprüchen seiner Bürger gestaltet, auch seine sozialen Intentionen berücksichtigen und in seinen Gesetzeskanon übernehmen soll.
2009-01-19Wenn gesagt wird, jemand hätte gute denkerische Fähigkeiten oder sei möglicherweise, was die Begriffe der Kunst angeht, ein nennenswerter Philosoph – wenn nicht gar ein beachtlicher Künstler, dann ist darin noch kein Anlass zu sehen, ihn aufgrund eines hohen Grades der Effektivität seiner Arbeit berechtigten oder unberechtigten Grundes aus seiner gewohnten Umgebung zu vertreiben.
2009-02-16Gerade jene Menschen, die abseits von den zuerst aufgesuchten und sich anbietenden Einrichtungen und Institutionen auf eine Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und Begabungen hinaus wollen, nehmen das, was ihre Umgebung und ihre Geschichte ausmacht, nicht gleich so hin wie es sich nach dem ersten Anschein darstellt. Sie gelangen auf diese Weise im Vergleich zu den meisten zu einer besseren Einstellung zum Leben und äußern sich demzufolge auch zuweilen kritisch, woraus sich für sie erst der richtige Bildungsbegriff ergibt und sie sich daher demzufolge nun eine humanere Bildung angedeihen lassen können.
2009-02-22Alles, was zumeist unter dem gängigen Verständnis für Arbeit gehalten wird, lässt einen bald älter aussehen, als man ohnehin schon ist und alle Jugend ist gleich wie zugedeckt, sogar jenes, welches zum Wohle für einen selbst und für andere will geschaffen werden, überbürdet sie zudem mit einer kaum mehr geringer werdenden Last, welche die folgenden Jahre und Jahrzehnte man mit sich herumschleppt. Und so entsteht folglich dennoch zuletzt auf diese Weise etwas wie Verantwortung für das, was trotzdem an Sinnvollem zu tun einer in der Lage ist.
2009-02-28Später im Erwachsenenleben geben unsere Kinder gerade einmal soviel Liebe zurück und an andere weiter als wir, die wir ihnen in vielem Vorbild sein sollen und als Eltern, Erwachsene im allgemeinen, Partner im Spiel und Begleiter während ihres Heranwachsens, ihnen im verständnisvollem Großmut zukommen lassen. Seid deshalb gut zu euren Kindern, denn ihr werdet dankbar erkennen, wie sie euch im Alter bekümmern, umsorgen und ihr als Person, der mit Achtung zu begegnen ist, in späteren Jahren dieselbe Liebe wieder spürt, die ihr ihnen als euren Kindern gabt.
2009-03-27So die Wahrheit unter den Werten der höchste, und deshalb vermutlich es auch die eine Wahrheit gibt, erklärt sie sich als solche am ehesten durch eine Offenbarung an einen Mitmenschen, die durch ein Insverhältnissetzen in einer engen Verbundenheit zum Tragen kommt. Macht er sich dieses Vorgehen zum Prinzip und wandelt gleichermaßen auf dieser Lebenslinie, dann heißt man die damit zum Ausdruck gebrachte und wirksam werdende Weltanschauung einen Humanismus, denn dieser sei in einer jene Verhältnisse betreffenden Personen und sie bestimmenden menschlichen und gefühlsgeleiteten Gesinnung geformt. In ihren Forderungen und deren endgültigen Entsprechung sollten sie unter sich in einer wahrhaftigen Weise als Ziel nur den Frieden vor Augen haben.
2009-05-01Das Fragen der Kunst geht bereits aus vergangenen Zeiten herauf und beginnt jeweils vor unserem Gegenüber, unseren Mitmenschen in der Selbstkritik und im Zweifel über ihre Daseinsberechtigung, so sie letztlich derart zwingend begründet sein muss, um ihm einer Erklärung für Vergangenes und eine Aussicht auf eine bessere Zukunft zu verheißen. Findet sich am Ende der Mensch in jenem Zwischenreich und ihm mitgegebenen Modell einer noch konkreter fühlbaren Wirklichkeit, so ist sein Aufgehen und sein Fortschreiten in ihr in einer selbstbestimmten Lebenssphäre ermöglicht. Doch kaum ohne jeglichen ästhetischen Anspruch und dem Wunsch nach weiterer Kultivierung des Lebensraumes, so dass nun wiederum erneut und stets in veränderter Erwartung jenes Fragen sich aktualisiert und in jenen Formen des Geistes beantwortet wiederfindet, welche die Kulturen prägen.
2009-05-20Wenn wir meinen, etwas besitzen zu dürfen, wovon man sagen kann, dass das entsprechende Gut von Dauer ist und nicht nur, wie die meisten materiellen Werte, von geringer Dauer und begrenztem Bestand ist, dann sprechen wir von dem, was man gemeinhin Geist nennt und es erfüllt uns, wenn wir über ihn und seine Qualitäten verfügen, etwas uns Erhebendes. Versuchen wir dann zu erkunden, wie es zu solch einer Erscheinung oder einem Phänomen kommt und jenem erhebenden Gefühl, das uns wie die hohe Weite des uns in den Lüften umgebenden Äthers umgibt und mit seiner Frische ausfüllt, dann können wir eine Entdeckung machen, die uns verwundern lässt, aber auch gleich verständlich ist, denn jener Geist, von dem wir dessen Entstehung erklären wollen, wird unmittelbar verursacht und bedingt durch die Liebe, denn nur sie ermöglicht jenes Wahrnehmen in ihm, das uns zugleich von seiner von jeglicher materiellen Gebundenheit losgelösten Überhöhung wissen lässt. Denn wiederum dieser bedingt und verursacht ebenso unmittelbar die Liebe, also beide einander in wechselseitiger Bedingtheit, von der zuletzt auch gesagt zu werden zulässig ist, dass die Begriffe Geist und Liebe hier identisch sind, da sie sich zudem in der bereits erläuterten Weise sogar in ihren Bedeutungen füreinander decken.
2009-05-24Nur wer dem geschriebenen Worte folgt und die Zeichen und Symbole unserer Sprache zu entschlüsseln vermag, was den Menschen in seinem Innersten ausmacht oder bewegt – und sei es auch nur die Emblematik unserer Ikonen, versteht die Welt.
2009-05-27Wie das helle Fließen der Natur in der gloriosen Weichheit des Lichts, willst auch du dich in deinen Spuren und Schatten im Wandern und Eilen durch die Jahre ergehen, durchlebtest sowohl Hinterlassenschaften des Unheils wie lehrreiche Zeiten, nach denen noch immer fraglich bleibt, ob dann endlich wir konsequent genug unsere Entschlüsse und guten Vorsätze gefasst haben für eine bessere Zukunft. Nicht jeder ist gleich so wissend wie du, so nimm dann jene geleitend an deine Hand, wenn dir jetzt dein Gewissen sicher scheint und zeig uns den deinem Leben gerechten, neu verheißten Ort, wo alle Kraft zum Entschluss genichtet als jene dann erst und alles Wollen gleichen Teils auf jedes einzige Wesen aufs gleiche Maß verteilt und so uns fühlbar gleich der Schöpfer Vollendung in unserem Dasein und Zufriedenheit auch hier im Diesseits erst verspricht.
2009-06-22Dort, wo wirklich Kunst geschieht und man nicht zu allererst an hartes Konkurrieren, auch nicht an die Mächtigkeit des Geldes denkt, gedeiht sie meist im Abseits, fern aller belanglosen gesellschaftlichen Umtriebe und fragwürdigen Lebensglücks.
2009-06-25Die Lust auf ein Mehr an Geld weist meist keinen guten Weg.
2009-06-28Was eigentlich ist die Voraussetzung für den künstlerischen Schreibakt? Die verlässlich begonnene und begründet notwendige Niederschrift von Einfällen, Beschreibung von Gefühlen, Vorgängen oder das Verfolgen von Gedankengängen geht im Wesentlichen nur vor sich, indem man keiner Lüge nachgibt. Danach eröffnet einem sich aus der Stille das Wort.
2009-07-08Man begründet keinen Text durch Hypothesen, denn nur die Elemente des Realen können zu dem führen, aus was eine spätere Wirklichkeit zusammengesetzt und durch welche sie bestimmt ist. Über sie dürfen und können wir dann auch im Vorfeld eine Aussage, die als Annahme charakterisiert ist, konstruieren.
2009-07-08Vergiss nie, dir deine Fähigkeit zu lieben von keinem nehmen zu lassen, denn bedenke, dass bisher keiner so geliebt hat wie der liebe Gott. Mit deinem rechten Glauben findest du zu ihm und zu Gelegenheiten, in denen du an anderen ihn erkennst und jene aufgrund dessen sie deine Liebe und Freude spüren, die er dir hat zuteil werden lassen.
2009-07-08Keiner sei dir deiner so sehr vergewissert, als du für dich selbst durch dein Gedächtnis und dem Gedenken des Menschen schicksalsschwerer Zeiten.
2009-07-09Wenn du nicht in der Lage sein solltest, dich selbst zu lieben –, wie kannst du dann jemals dich für fähig genug halten, einen anderen zu lieben? So verspüre denn die Liebe und du wirst sehend werden.
2009-07-21Wir werden es nehmen müssen, wie es kommt, um den Menschen sterben sehen lernen zu können so wie man einen Sonnenuntergang in der Vollendung seines Lebens anschaut, der den Tag beschließt, der für uns zuletzt zum Alltäglichen wird, und man ist dabei selbst irgendwann, wenn gar bald schon, am eigenen unausweichlichen Ende angelangt.
2009-07-30Weniger bedeutsam in dem, was die Intensität und die Universalität des Zwischenmenschlichen angeht, ist nicht, wenn wir jene als Nächstenliebe ansehen, sondern vielmehr – nennen wir es Liebe, die dann auch politisch wirksam wird und dem Ausleben von Gefühlen nicht hinderlich wird. Die Nächstenliebe hingegen bescheidet sich sogar dem Versagen an der Teilhabe gesellschaftlichen Wirkens und bleibt, wohl von konfessionellem Reglement beschränkt, oft hinter weitergehenden Ansprüchen zurück. Versteht sich die umfassend geglaubte und mit verschiedensten gesellschaftlichen Zusammenhängen verwobene Liebe jedoch nicht nur als Instanz einer gesellschaftlich sozialen Notwendigkeit, so erfasst sie auch zuletzt jenes Intendierte nicht nur im Näherkommen eines partnerschaftlichen Teiles meiner selbst, sondern hegt dabei auch noch die Pflege verschiedentlich intimen Kontaktierens im Verstehen freud- oder leidvollen Tolerierens selbst von Gegensätzlichem eines Füreinanderdaseins.
2009-08-01Ich zähle Schwarz und Weiß durchaus als Farben zu den übrigen, da sie in ihren Erscheinungsformen Helligkeitsgrade aufweisen, die nachweislich in der Natur und vermutlich auch als künstliche Stoffe vorkommen. Selbst die „Schwarz-Weiß-Maler“, um hier dazu von anderer Sache zu reden, verstehen es nicht, sollte man meiner keinen Glauben schenken, ihre langen Reden, mit denen sie sich im Lauten brüsten, mit Farben zu schmücken. Es fehlt ihnen, wie dem wenig ernst zu nehmenden Maler, der Mut zu unterschiedlichen kräftigen Coleurs, der sie schließlich zum geschriebenen Wort führen lässt und, so dass man jenen Künstlern ebenso Glauben schenken würde, die notwendige Überzeugung, mit der sie ihre Darstellung zur Vorführung brächten und gerade jene, mit der sie zu sich stehen sollten.
2009-08-16Wichtig für einen beobachtenden Dichter können Begriffsfelder und Handlungen sein, welche noch nicht mit Sprache besetzt, deren Benennbarkeit und mögliche Beschreibungen für jene noch von derselbigen ungesättigt sind und erst der Zugabe beschreibender und jene Vorgänge begleitenden Elemente seiner Sprache bedürfen. Es gesellt sich also hier zum bereits Vorhandenen und dem bildlichen Eindruck die Poesie sprachlichen Ausdrucks und Reflektierens hinzu, die eine erlebte Welt in einen literarischen Kontext bannt und so ein kulturelles Gedächtnis im Rezipierten begegnen lässt.
2009-08-19Es genügt, von hundert Plänen gerade einmal einen, nämlich den nach deinem Dafürhalten wichtigsten vernünftig zu verwirklichen, denn davon kann letztlich die Erfüllung und der Erfolg einer Lebensaufgabe abhängen.
2009-08-19Lieber ein guter Jud, als ein heuchelnder Christ, der, wie viele von ihnen, sich selbst und anderen, wenn sie in vorderer Reihe stehen, nur etwas vorgaukelt.
2009-08-29Es gibt Momente, in denen in einer letzten Konsequenz jeder sich selbst der Nächste ist. Gerade dann sind wir meist der Bedrohung einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt und einer Möglichkeit des Sterbens nahe.
2009-08-29Die beste Wirkung, die von der Kunst ausgeht, besteht in der Ehrfurcht, mit deren wir im Entgegnen anhand ihres Anblicks ergriffen werden. Sie versetzt in ein Staunen und lässt, wenn auch nur im Leisen, nachvollziehen, welche Mühe der Künstler auf sein Werk verwendet haben muss, um an diesem Maß an gestaltenden Kräften, mit denen er es schuf, das zu erkennen, woraus wir die eigentlichen und wichtigen Werte für unser Menschsein ins Gedächtnis rufen.
2009-08-31Vielleicht tust du gut daran, dich zu dieser – und wenn schon nicht gleich zu jeder Jahreszeit gütlich zu tun am Leben. Denn nicht alles kostet eben hierfür auch gleich Geld, was unser Dasein so schön und annehmbar macht.
2009-09-09Der Mensch braucht Widerstände, an denen er sich reibt. So entsteht ihm eine wohlige Atmosphäre; am Leben muss er sich reiben und behaupten können, dadurch wird man ihm, wie auch einem selbst erst gerecht und dieses seltsame Wesen ist endlich dann dies, wofür wir es von Beginn an halten wollten: als einen Menschen. Und dort, wo er sich dann aufhält und bewegt, „menschelt“ es. Er ist umgeben von gleichen Wesen und kann dabei aufblühen, aufgehen als was dieser je war und ist: nämlich das Leben selbst, wobei dieser Vorgang anmutet wie eine großartige grandiose Umarmung, in der sich Nacht und Tag begegnen und schließlich zu einem steten, unveränderlich milden und strahlenden Leuchten vereinen.
2009-11-29Wer viel redet, hat meist wenig zu sagen. Und jene aber, die trotzdem das Gespräch suchen, beizeiten jedoch erkennen müssen, dass man auch über längere Weg­strecken alleine auszukommen angehalten ist, werden fest­stellen, dass man letztlich doch nie ganz auf sich selbst gestellt bleibt.
2009-11-30Um dem Gemälde einen realistischen Anschein zu verleihen, gestalte doch Planeten in der Form von Trapezen – wie sie sich flächenmäßig verhalten, oder einzeln zum übrigen Bild­raum resp. Raum – in der Ellipse oder im Kreis, im recht­eckigen oder quadratischen Format des Bildformats oder der kleineren Ellipse innerhalb des Bildes.
2009-11-30Wesensfremd und wenn möglich gar krank wird man erst, wenn man sich nur mehr so verhält, wie andere es von einem er­warten. Wirklich selbst ist man erst, wenn man nicht mehr dem ent­spricht, was das Gros der Menschen in einem sieht.
2009-11-30Wahre Weisheit findet man nur in den Büchern unserer Er­zähler und Dichter – und ihrer in der Zahl ist mehr als endlich, was uns zu einem Bild oder bildlichen Ausdruck desjenigen literarischen Gedankens weist, das wiederum den Menschen als universelle, unerschöpfliche Thematik zum Inhalt hat.
2009-12-17Die Liebe deiner Jugend ist zugleich jene deiner späteren Altersstufen, während denen du dich mit Frauen umgibst und nur sie dich liebevoll, rücksichtsvoll mit Aufmerk­samkeit und zärtlich bedenken, wenn auch du sie achtsam mit deiner Liebe beachtest: Denn wisse und sei dir dessen stets darüber im klaren, dass sie von einander von dir wissen und sich austauschen und wenn du nur einen Fehler machst und ihnen Ungerechtigkeit widerfahren lässt, sie dich ihrer als nicht mehr würdig erachten könnten und du künftig ohne ihre Nähe und Wärme leben müsstest.
2009-12-20Jegliche Literatur ist ein in jeder Richtung unbegrenzter Text, zu welcher der Autor sein Werk genau dann beschließt, wenn ebenso seine Lektüre seinem Bemühen nach vollständig und nicht im einzelnen vereinzelt nur offen und unbeachtet daliegt.
2009-12-22Gibt man dem Gemälde mitunter grafische Elemente bei, gestaltet es also auch nach zeichnerischen Gesichtspunkten oder man legt dabei gewissermaßen das kompositorische Konstrukt des Bildes frei, dann nimmt das Gemälde, und es soll denn in seiner Charakteristik überaus ein solches bleiben, an Aussagemöglichkeiten und Aussagequalitäten zu und es „spricht“ dadurch verstärkt zu uns und zieht uns wie in der Art eines Dialoges, den wir dann vermehrt mit ihm einzugehen gewillt sind, in seinen Bann.
2009-12-31Der Mensch nimmt sich in seiner Bedeutung viel zu wichtig. Er meint eben so viel, vielleicht gar alles wissen zu müssen und dadurch für fähig genug sich zu halten, den Lauf der Dinge nach seinen Vorstellungen und nach bestem Plan beein­flussen und deren Richtung ihrer Entwicklung zu bestimmen. Wenn jedoch sogleich eine Zeit lang dem natürlichen Verlauf der Verhältnisse ein Richtung-geben gelungen scheint, kehrt das Übrige, was nicht ohnehin unveränderbare Naturregel ist, in die Ausgangssituation zurück oder die planenden Intelli­genzen beschränken sich in ihren gestaltenden Konstruk­tionen auf das Machbarste des Möglichen und planen eben nur mehr nach den Gewinnchancen der Wirtschaftlichkeit oder trachten eben nur mehr nach der Vermehrung des Geldes. Nun –, wenn sich auch der Einsatz so verdopple oder ver­dreifache, ist zu fragen, auf Kosten der natürlichen Ver­hältnisse und Ressourcen gar? So hat man doch zumindest Gewinn gemacht, doch dabei einen um so größeren beträcht­licheren Schaden angerichtet.
2009-12-31Wir befahren doch alle im selben Schiff diese Welt und vergehen uns im Sinne einer erweiterten Moral an den Geboten und Regeln von dem, was uns unveränderlich Natur ist und stellen uns dadurch geradezu über sie und drohen ihr damit zugleich Zerstörung an. Ist dies nicht ein Zeichen äußerster Gottverlorenheit? Uns ist wohl gänzlich die Fähigkeit abhanden gekommen, auf die Stimme eines Schöpfers zu hören, die, wenn einmal hörbar, in der Unruhe unseres Gewissens vernehmbar werden wird.
2010-01-01Ich nehme das Leben, ziehe es an mich und schöpfe daraus mit meinen beiden Händen, kühle mit ihm, als sei es Wasser, mein Gesicht und lasse den Staub von meiner Seele abfallen. Mir scheint, als habe ich noch nie so sehr geliebt wie heute und bewege mich gewillt mit der Zeit mit, in die sich ein kommendes Jahr ergeht.
2010-01-02Es war in den meisten Zeiten schon immer leicht möglich, mit Familie und sonst allem ein Leben der Gewöhnung zu führen, das gehört zum Mainstream des Lebens. Doch dass man der Gesellschaft darin die Stirn zeigt, und nur vom eigenen selbstgepflanzten Baum der Erkenntnis isst und dies Wissen dann in einer menschlicheren Vorbild­funktion unters Volk streut – das erfordert Mut und ein überlegtes Gewissen im Dafür- oder Dagegenhalten darüber, was für den Nachbarn gut oder verderblich sei. Stets sei jedoch wiederum darauf zu achten, dass einmal gewonnene Erkenntnis nicht bloß im Sinne einer Kopie übernommen wird, sondern der Kern des jeweiligen Gedan­kens in seiner jeweiligen Sinnhaftigkeit erkannt wird und in weiteren Bereichen einer demokratisierenderen Form gesell­schaftlichen Zusammenlebens und diese verjüngenden Anwendung findet.
2010-01-03Wäre dann wohl noch jemand, der mit Bedauern feststellte, dass nun leider das faschistoide Deutschland des 20. Jahr­hunderts, wie auch im allgemeinen jede weitere verbrecher­ische Kriegsgewalt, seinen Krieg, wie auch jeden anderen, verloren hat, dann müsste man demjenigen schon strafend auf die Finger sehen, um deutlich zu sagen, dass im anderen Fall sicherlich die Möglichkeit bestanden hätte, dass gar die ganze Welt schlussendlich in einem Flammenmeer versunken wäre.
2010-01-04Ich kann nicht mehr reden, sagte jemand und dessen Stimme wurde dabei immer leiser und schließlich kaum mehr hörbar. Warum nur? Man suchte sich den Umstand genauer zu erklären mit dem Argument, dass demjenigen wohl die Lüge eingeboren sei und es einer ungemeinen Kraftanstrengung bedarf zu reden und aufs Bedeutsamste beschränkt, das Wesentlichste mitzuteilen. Diese Kraft ließ nun jedoch allmählich nach, weil einem niemand es mehr abverlangt und eine Erleichterung einbrachte und ein Loslassen von bisherigen gedanklichen Verpflich­tungen, wenn nur mehr interessiert zugehört werden musste. Ich aber sage dir, dass du den Behauptungen der Lüge so lange widersprechen sollst, bis die Wahrheit gegen sie obliegt und du scheinbar mühelos und auf offene Ohren treffend, dir Gehör verschaffst und deine Stimme nun sich gegen die Lüge mahnend erhebt.
2010-01-07Glück bedeutet, wenn du dem lieben Gott in deiner Seele einen Platz einräumst, von wo aus er mit dir für dich und was dich umgibt wirken kann. – Wenn es auch manchmal schwierig ist und du voller Zweifel bist und nur in einem Meer aus Dunkel watest, gerätst du schließlich bei aller Geduld in einen Zustand des Glücks, das, wenn einmal richtig erfasst, sobald nicht mehr abhanden kommt und dieses auch, ganz nach deinen Fähigkeiten und Talenten, auf deine Mitmenschen übergeht, so dass du, wenn auch meist nur in aller Bescheidenheit, doch um so größerer Wahrhaftigkeit, im Kreise deiner Mitmenschen zu Zufrieden­heit als einem Spiegelbild deiner von der Liebe Gottes durchdrungenen Seele findest.
2010-01-07Individuelles Glück ergibt sich, wenn man die Lösung eigener Probleme nicht immer wieder nur mit anderen bewerk­stelligt und bei ihnen zu verbessern anfängt, sondern auch selbst beizeiten Wege und Möglichkeiten zu eruieren in der Lage ist und erst an sich selbst zusieht, dass sich hier einiges noch zum Besseren wenden kann.
2010-01-07Gerechtigkeit ist nicht immer gleich eine Frage der Kräfte­verhältnisse oder der Überlegenheit des Stärkeren über den Schwachen. Denn in Zeiten allgemeiner Not lässt sogar der Stärkere Schwächen erkennen, sobald er nicht schon skrupellos vorgeht. Es geht hier vielmehr, absehend davon, um die Befolgung der Regeln einer höheren Moral, die uns nicht manipulierbar und unantastbar scheint, zunächst von der gegebenen Situation unabhängig nach der Erhaltung des Lebensprinzips der Würde des Einzelnen frägt und versucht, weitgehend zu ver­allgemeinern, bis die gesellschaftliche Gesamtsituation erfasst ist. Widerfährt in einer Stimmung fragloser Zufriedenheit Glückseligkeit, ist eine Befriedung der sozialen Rang­ordnungen die Folge und es entsteht der Eindruck, welchem man auch Glauben schenken kann, als seien alle Wogen geglättet und jeder sei nach seinen Bedürfnissen befriedigt, was auch durchaus die Konsequenz des Gerechten ist, denn die Bedürfnisse und ihre Gaben an deren Bedürftigen sind unterschiedlich, so dass schließlich man der Meinung sein und beobachten möchte, dass Friede einkehren kann.
2010-01-09Bescheidenheit war noch nie eine Stärke des Menschen von Anfang an, will geübt sein und ist eine hohe Tugend. Jeder und alle sehen die Verheißung ihres Lebensglücks im Erhalt möglichst vielen Geldes und versagen, wenn einmal soweit, in ihren restlichen charakterlichen Forderungen. Die Ökonomie der Mittel zielt im Wesentlichen jedoch auf die Erreichbarkeit des Möglichen und der Einrichtung der eigenen Existenz nach ihnen. Nur so mag auch eine lebensnahe Verbundenheit gestalteter Wirklichkeit mit einem Bewohnen ihrer Lebensräume zur Sinnerfüllung menschlichen Erden­daseins erreichbar sein.
2010-01-09Wenn du in der weiten Dunkelheit und in tiefen Wäldern, ohne eine Lichtung zu erreichen, umherirrst, vergiss nicht, dass über dir ein Stern leuchtet, der dir zuletzt den oft nicht immer leichten und mit vielen Hemmnissen verstellten Weg zu einer vielleicht bisher einzigen und daher auch letzten Heimfahrt zu einer Stätte des Lichts und eines großen Tals der Ruhe und des Friedens für dich weist und dir nirgendwo mehr Orte der Einsamkeit und Verlassenheit warten.
2010-01-09Inmitten flirrenden Menschengetümmels tausender Seelen, die dich wie dunkle Falter umschwirren und wie starke Winde umtoben, finde ich einestags dich, einzige Seele, die du mir meine Freiheit versprichst, in welcher ich dann alles und alle Welt darin sehe und mir danach dann die Liebe nur mehr als das einzige und höchste Gebot und Gesetz bleiben wird.
2010-01-09Völker aller Erden, vereinigt euch in dem Entschluss, dem Frieden zu leben und ihm eine Chance zu geben und damit allen Kräften und Talenten eines gleichgesinnten Ethos, hin zu einem an ihm selbst in seinen positiven Charakter­eigenschaften orientierten Menschenbildes. Dass dies uns auch dahingehend eine offenere und bei aller Verantwortung weniger autoritäre Erziehung an uns selbst abverlangt, steht außer Frage, doch weiten wir unseren Blick für das noch mit einem Mehr an Erkenntnis und Erkenntnisfähigkeit Machbare und Mögliche. Denn dass wir uns des zudem weiterhin Möglichen bewusst werden und nach dem erwähnten Vorbild planen und versuchen, ein Stück Wirklichkeit zum Erhalt des Friedens in seinem Zustand, dort wo er schon gewonnen, beibehalten, behüten und wie einen kostbaren Sprössling der Hoffnung pflegen, ist unsere Aufgabe, wie auch danach zu sehen, wo wir in Bezirken der Krisen diese Saat nicht ebenso nach diesem Vorbild, dem Menschen und Gott zum Wohlgefallen, zur Blüte bringen könnten. Wie auch schließlich, und dies sei unser Traum, dieser Planet in seiner kaum übersehbaren Weite, von jenem Traum und der Botschaft dieses Friedens durchdrun­gen sei.
2010-01-10Ein Abschied fällt uns um so leichter, je genauer man das, was das Leben bisher brachte, kennt und führt uns mit um so höherer Gewissheit seliger Erwartung in einen neuen Lebensabschnitt erwachenden Bewusstseins und der Glückseligkeit –, sofern ein unumstößlicher Glaube in uns daran vorhanden ist.
2010-01-10Sei am Ende für dich du nur du selbst, etwas, was ein­deutig nur dich ausmacht, unwiderlegbar du bist. Und es wird bleiben – wie eine kleine leichte Feder im Weltall, was seinen Namen nur wie Einer trägt, immer bleibend als ein unverwechselbares, bleibendes und ewig mitbestimmendes Teilchen eines großen Ganzen unendlicher Liebe im Lebensgarten unseres Schöpfer-Gottes.
2010-01-12Es genügt nicht, in dem Glauben zu sein, es wäre die rechte Art mit offenem Ohr dem Applaus eines Publikums folgend, die passende Form erfolgreicher Schriftstellerei und damit schon Eingang in die Literaturgeschichte gefunden zu haben. Vielmehr lehrt uns die Sprache selbst in der Beschäftigung und in einem ernsthaften Bemühen um sie eine erstrebens­werte Adäquatheit der Mitteilung als daselbst auch in ihrem Widerhall, den wir an ihr hervorrufen, ihre tieferen, elementaren Regeln und Mythen. Als ob eine Höhlung im Felswerk betretend, lauschen wir diese unserem Schreiten und unseren Schritten, deren verstärktem Widerhall, der von den Wänden wiederkehrt, ab und finden in ihm und gleichsam aus uns selbst hervorkommend, zu unserer Sprache und unseren Äußerungen, gerade weil wir diese Laute verstehen. Dann, einmal in die uns angemessene Form gebracht, ergehen sich diese wie von selbst an unsere Mitmenschen, so als sei dies die lebensnotwendige Luft ihres Atmens und nie zuende erzählten Geschichten und Weisen mensch­lichen Seins, die wir ihnen zu singen wissen.
undatiertBringt es nur Unheil, deutsch zu sein? Im Hinblick auf unsere Vergangenheit hoffe ich, dass ich diese Frage nicht generell bejahen muss - bis auf die Momente des Glücks, die da sind, bei denen es sich erübrigt nach­zufragen, ob diese einem unverdient oder verdient widerfahren.
undatiertEs gibt scheinbar keine äußere Institution, die einem Rechte verleiht, lediglich man selbst ist jene, um Mensch sein zu können.
undatiertJede Religion hat ihren Sinn und ihre Berechtigung, sofern man einen Gott durch sie erkennt und man guten Willens ist.
undatiertDie dich am meisten lieben, werden zu dir kommen, um nach deinen Bildern zu sehen.
undatiertEine bestimmte Farbe wird erst dann dadurch als solche, z.B. Grün, kenntlich gemacht, indem ich eine andere, etwa Blau, darein oder daneben setze.
undatiertDas Licht steht in der Dimension der Zeit. Beides gehört ihm an: die Helle und die Dunkelheit. Das Licht ist Bewegung, rückt nach vorne und sieht in das Zukünftige. Der folgende Schatten des Dunkels hingegen, geworden an den Dingen des uns Umgebenden, steht im Vergangenen.
undatiertDie Malerei ist die Kunst der Stille und führt oft in unbegrenzte Vorstellungen, sie entgrenzt und eröffnet in uns gewissermaßen bisher unbekannte Welten, von denen wir schließlich meinen, sie schon längst gekannt zu haben. Jedoch ihr Eindruck, wenn sie überrascht und entzückt, bleibt frisch und lässt uns immer wieder zu ihren Bildern zurückkehren.
undatiertEs ist scheinbar weniger das Wort wichtig, als vielmehr das Bild; das Bild, das ich von etwas habe, welches mich erst dazu veran­lasst, jenes Geschaute und nach vermehrt visuellen Merkmalen Ver­standene in Worte, in eine lyrische Sprache oder in ein lyrisches Sprechen zu fassen, um es letztlich als fixiertes in der Form eines lyrischen Textes resp. eines Gedichtes vor mir zu sehen.
undatiertIch schreibe nicht dauernd Gedichte, denn wenn ich fortwährend Gedichte schreiben würde, würden sich alle ähneln oder gar gleichen. Man muss sich die besonderen Momente und Phasen, in denen man Gedichte schreibt, aussuchen, so dass letztlich jedes der geschriebenen Gedichte etwas Besonderes ist und sie sich dann auch in bestimmter Hinsicht wesentlich voneinander unterscheiden können, um so zu erreichen, dass jedes für sich etwas gänzlich Einmaliges ist.
undatiertGlauben können heißt, in der Erwartung zu sein, dass etwas geschieht – vielleicht das, was ich annehme oder worauf ich hoffen darf.
undatiertIch habe versucht, im Nächsten immer zunächst den Freund zu sehen und danach war dies mir stets ein Anliegen, das Verhältnis dergestalt beizubehalten.
undatiertOhne Musik wäre all das, was uns umgibt, nur die blanke harte Wirklichkeit und hätte nichts von dem Tröstlichen einer Illusion.
undatiertNicht gleich bei jeder Gelegenheit sollte man sich selbst zu sehr hervortun und wichtig nehmen, denn es gibt noch andere Menschen neben dir, die deiner Aufmerksamkeit würdig sind.
undatiertSo ist`s im Leben an Erscheinung als wär`s gestern erst gewesen und heute gegenwärtig, wie auch künftig hienieden, dass von höher geleg`nen Gegenden Farbe herab fließt und trieft oder sich festhält und haftet auf ihnen und ihren obersten Gründen.
undatiertHaben sie keinen Sinn für Kunst, jene, die sich Gehör bei mir verschaffen? Vielleicht halten sie meine Arbeit und schließlich auch mich für abstoßend. Es ist gegenteilig nur die Mißgunst, die sie zu mir treibt in meine Nähe, jedoch nur aus einer gewissen Distanz.
2010-08-19Für manch einen gibt es kein Gewissen, weil es sich aufhebt, wenn jemand in Einklang mit dem Schweigen lebt.
2010-08-28Wie viele Leben bräuchte der Mensch, um Gott am nächsten zu kommen?
2010-09-05Zum Sterben ist man nie zu alt, könnten die meisten unter ihnen denken, denn auch Männer dürfen weinen, weil Tränen heilen können.
2010-01-18Manchmal ist mir, als seien eure Stimmen und Proklamationen wie das Gas der Shoa, dass durch Öffnungen in meine Wohnung dringt.
2010-02-03Dieser Brunnen ist lange noch nicht ausgetrunken, wenn die persönlichen Eigenarten eines Juden mit denen eines Diebs gleichgesetzt oder verglichen werden, hat man nichts verstanden vom Fragen über Religion, Kultur oder die Gottsuche. Und wer ist nun jener, von dem da die Rede ist. Er ist der, welcher in seinem Staunen über seine Worte sein Hervorkommen aus sich selbst nicht verbirgt und wird wohl immer nur ein Fremdling im eigenen Lande bleiben.
2010-02-03Worin besteht das Geheimnis der Entstehungsweise des abstrakten Gegenstandes? Es erklärt sich eigentlich nur dann, wenn nach einem Vorgang des Suchens und Bearbeitens er sich aus der Umhüllung eines Geflechts sich überlagernder Formen, die ihrerseits Ansätze zu Gegenständlichem erkennen lassen, dann aber wieder verschwinden, hervor schält.
undatiertSorge dich nicht, denn die Welt würde wohl kaum nur wegen den Gerüchen von Rosenparfüm eskalieren.
undatiertDie Worte, die du mir sprichst weisen Liebe auf, unser beiden tunlichst Geschehen.
2010-08-22Wer in der Regel nicht ausschließlich schlechter von den anderen denkt, den trifft das eigene Schicksal nur halb so schwer.
undatiertWas will ich nach fraglich Höherem streben und wäre gar noch unzufrieden, wenn nicht auf Erden schon wir feiern könnten ein leuchtend helles Gottbegegnen.
2010-08-30Die meisten taugen nicht viel, könnte mit Vorsicht angenommen werden. Doch wer zur Liebe taugt hat schon den größten Anforderungen eines Menschenlebens entsprechen können, wie die im Übrigen es beinah alle von uns fertigzubringen imstande sind und auch immer wieder erneut unter Beweis stellen.
2011-09-14Wer nicht den Willen und die Kraft hat, sich den Geboten des Glaubens auszusetzen und sich kritisch damit zu beschäftigen, wird durch die Regelwerke unserer Gesetze zugrunde gehen.
2011-09-26Ein sicheres Gefühl für Glück sollte man haben, da dies meist in irgendeiner Form zutraulicher Zweisamkeit besteht und hier allseits – und es handelt sich hierin um die höchste Form desselben, nämlich um die Liebe – die Gefahr besteht, eben weil Gefühle schwerlich planen und in der Anwendung zu konstruieren sind, es durch irgendeine leichtfertige Unachtsamkeit zu verunsichern und schließlich zu zerstören.
2011-02-10Ich komm nicht mehr, ich geh nicht mehr. Ich hab genug gelernt. Der Rest muss sich von selbst ergeben, so wie sich Knöpfe in den Teppich weben.
2011-05-23Das richtige Wort an der richtigen Stelle ist wie das Lösungsergebnis einer Aufgabe aus dem Reich der höheren Mathematik.
2011-06-15Die Wahrheit besteht in der Rechtfertigung für unsere Existenz, wie auch selbst von ihr und von einem Gott, der uns in der Sühne für die Verfehlungen, die wir an ihr vollbringen, zu uns zurückfinden lässt.
2011-09-12Die größten Niederlagen sind jene, die man sich selbst eingesteht. Und jene ungerechten und zweifelhaften die, welche einen zum Märtyrer werden lassen, dessen es eines echten Mitleids bedarf.
2011-07-12Eine Welt nur aus Geld und Gold ist vergänglich und erhält sich nur für kurze Dauer. Ein Werk hingegen aus Gedanken und Geist ist hierin beschaffen für eine Ewigkeit.
2010-02-06Was eine Literatur so unvergleichlich macht und es einem gleich unmöglich scheint, sich ihrem Reiz zu entziehen, ist, dass, so wie ich jenes Ziel auch mit meinem Arbeiten an meinen eigenen Texten verfolge, sie in der Notwendigkeit des Schreibens steht. Alles andere wäre gegen sie, die Natur des Lesers gerichtet und gegen das Interesse an ihr. Sonst höre deshalb in der Beschränkung auf das Wesentliche nur noch auf das, was dir die Wahrheit eingibt.
undatiertGutgemeinter Rat ist teuer, wenn man versucht, die richtigen Worte zu finden, um sich für Unverzeihliches zu entschuldigen. Aber gibt es nicht einen Weg, um unsere Liebe wieder aufleben zu lassen? Wäre das zu viel verlangt? Menschen, die man liebt, sterben nie, heißt es. Deshalb, so frage ich dich, willst du deine Hand nicht noch einmal auf die meine legen, ein klein wenig nur. Vielleicht findet dann alles wieder einen neuen Beginn – wie ehedem vor langer Zeit.
2010-04-04Es ist gewiß richtig: Wenn, dann suchen manche von uns, weniger als dies ausdrücklich gewünscht, den Tod als Suizid und bringen sich dabei in jene Gelegenheit eines herannahenden Endens, das dann wie natürlich in die Konsequenz eines möglichen Sterbens weist. Überleben sie und wurden von ihnen solche Zustände durchlebt, erhält sich einem diese Einsicht und sie sind so um eine Erfahrung reicher, hatten zudem übermäßiges Glück und mußten vielleicht nun lernen, vom Leben immer nicht gleich alles erwarten zu dürfen als jetzt gerade einmal soviel, dass damit ein neues, zweites Leben geschenkt war.
2010-04-16Wenn etwas in Ruhe geschieht, oder diese für etwas charakteristisch ist, vollzieht sich jene etwa am Beispiel einer konzentrierten Aufmerksamkeit, die, von keinem Laut begleitet, die von innen heraus kommt und in eine Sphäre der Stille eingebettet ist, wie auch die Stättigung eines Säuglings an der Brust der Mutter, die eintritt, wenn das Kleinkind nach Aufnahme der Nahrung zufrieden und schläfrig in sich zurücksinkt und so zu ruhiger Erholung findet. So gesehen ist die Ruhe ein Zustand, in den man kommt, wenn sie von uns selbst durch unser Verhalten produziert wird und die Stille wiederum jene bestätigende Abwesenheit von Lauten, welche die Ruhe in uns an jenes, was uns umgibt, vergibt. Sie ist längst wie eine Musik, die nicht zu hören ist, welche aber in uns nach unserer Vorstellung echot und so lange nicht verhallt, so lange noch Leben in uns ist. Und ist es dabei nicht so, als ob es mir hier gelungen ist, eine Metapher zu finden, die für das Leben schlechthin gilt?
2010-05-07Was eigentlich hat es nun auf sich mit der deutschen Sprache heutzutage? Mit ihrem Unterfangen auf Lesbarkeit und Perfektion macht sie sich gleich nach den ersten Momenten zum Plagiat und geringer oder im Weiteren kaum notwendiger Erwähnbarkeit. So verlaufen die meisten Versuche sprachkünstlerischer Bemühungen vieler Autoren heutzutage im Sande eines ersten Aufbegehrens und Hörbarwerdens von Formulierungen von Lautfolgen, deren Ideengehalte sicherlich für geistreich genug gehalten werden können, sie jedoch es nicht vermögen, aus eigener Kraft und eigenem Selbstwertgefühl und -bewußtsein aus einer sicheren Ausgangsposition heraus im weiten Umfeld der sonstigen Argumente des Zeitgeistes, von denen auch manche gegen sie, ihren Weg zu finden und sich zu behaupten.
2010-06-06Es ist das Leid aller herausragenden Talente: Diejenigen, die die Besten sind, werden am härtesten bekämpft.
2010-08-06Das Leben beginnt genau dort, wo du ihm einen Platz einräumst und seine Zellen sich damit füllen und vergrößern. Dasselbe gilt für die Philosophie: Sie beginnt, beschließt sich zunächst in einer einzelnen Form, um sich dann, nach einem Anrecht auf ihr Bleiben und ihren Fortbestand, zu vervielfachen und sich in der Zeit nach einem sich vergrößernden Raum, der schließlich, wenn er mit seinen vielen Einheiten eine gewisse Größe erreicht, schließlich jene aufhebt und sie, ich meine damit unser stetes Fragen und Drängen auf Antworten nach den möglichst umfassenden Perspektiven unseres Daseins, eindlich statisch an einem unverrückbaren Platze ruhen bleiben wird und keiner Zweifel mehr bedarf. Doch bis es einmal soweit ist, werden sich jene Zellen, von denen ich zunächst sprach, füllen mit etwas, was dann zu dem wird, was wir als unsere Erde kennen und jene wird dann dem, was an und auf ihr ist, Leben einräumen wie wir uns selbst das Recht, Fragen zu stellen, etwa nach dem Wie seines Fortbestandes oder dem Warum - dem Sinn ihres Anwesendseins; denn damit wäre auch die Antwort gefunden, weshalb wir als Menschen auf ihr leben und es vermögen, sie uns seit jeher fruchbar zu machen, damit wir auf ihr fortbestehen dürfen.
2010-08-08Alles Leben ist endlich, sobald es Bewußtsein empfängt. Dies geht vor sich durch ein Geraten in Bewegung - ein In-Bewegung-geraten - durch ein In-Bewegung-versetztwerden: und das gerade deshalb durch die dabei vor sich gegangene Veränderung. Damit beginnt erst die Verwandlung, namentlich die Metamorphose und schließlich im Laufe der Zeit der Zerfall der Materie. Hingegen die anorganische Stofflichkeit, so vermute ich, bleibt unverändert, welche aber wiederum von Zeit zu Zeit verändernd auf organisches Leben einwirkt und ihm so in seiner Entwicklung Bewußtsein und auch Wahrnehmung verleiht. Damit können wir auch Beobachtungen an uns selbst und an unserer Umgebung anstellen. So entstehen und bestehen nebenher in der Anzahl verschieden viele Individuen, die uns eine Vorstellung von Zeit entstehen lassen und es wäre dann jenes, was wir nun als Leben kennen, verinnerlicht.
2010-09-15Lyrik ist mit ihren besten Beispielen jene Gattung der Literatur, die über die bloßen bekannten verschiedentlichen Ansprüchen derselben hinausgeht. Ihre Gedichte sind Bekenntnisse, Lebensbejahungen, sich öffnend zur Welt hin, deren Klänge sie weithin umrunden.
2010-10-19Was die Literatur rettet und zu dem macht, was sie für uns ist und bedeutet, ist der Begriff. Er erst läßt sie zu einem für uns lesbaren Text werden.
2010-10-20Wahrhaftige Menschlichkeit macht vor dem Geschlecht nicht Halt und kennt darin keinen Unterschied.
2010-10-20Meine Lösung vom Katholizismus und dem zunehmenden Interesse für zunächst einige wenige, aber dogmenfreie Aussagen des Talmud brachte mich, um meine Freunde nicht in der Irre zu lassen und zu verunsichern zur Botschaft für jene, dass ich für sie zu der Mauer werde, vor der sie sich verneigen.
2010-12-29Je länger der Mensch lebt ohne damit auszukommen, seine Gedanken auszuspinnen, desto schwerer fällt es ihm, später seinem Lügengeflecht zu entfliehen für den Zweck einer sicheren Orientierung auf seinem Weg.
2011-01-04Jene Menschen, die mich lieben, können sich stets darin versichert sein, ebenso von mir geliebt zu werden.
2011-01-04Wir haben alle nur so wenig Zeit, als dass kein einzelnes Leben dafür ausreichen würde unsere Herkunft ganz zu verstehen, um mit sicherer Gewißheit die fraglos richtige Richtung in unserem Dasein zu nehmen. Was bleibt und immer wiederkehrt sind Stürze und Abgründe in Tiefen, aus denen erst nach unergründbaren Ursachen unser Weg wieder in eine freidlichere Geschichte weist und der Mensch sich aufs Neue einer Entwicklung versichern muß, die ihm, so ist zu hoffen, die Gelegenheit gibt, aus der Erfahrung zu lernen und mit mehr Toleranz und mehr Achtung voreinander das gesellschaftliche Zusammenleben zu beginnen. In dieser Unverhältnismäßigkeit von Hoffnung, Erwartung und tatsächlichem Hergang des Geschehens liegt wohl wiederum die Ursache für die mögliche Verkürzung unserer Lebenszeit und deren desillusionierender Begrenzung in vielfacher Hinsicht, die uns die oft ausweglose Aussicht unserer Unternehmungen erst dann erkennen läßt, wenn kein veränderndes Einlenken mehr machbar ist. Vielleicht wird irgendwann nach aller überwundenen Zerstörungswut und der selbstzerstörerischen Kräfte des Menschen trotzdem Frieden einkehren bei einer Besinnung seines Geistes auf uns bisher noch Unbekanntes und Erstrebenswertes und nennenswert erreichbaren Zielen; sollten sich dabei alle Länder der Erde vereinigt haben zu einer heterogenen Masse, so unterschiedlich und bis ins Kleinste von einer Vielfältigkeit, welche dann alle Liebe von Neuem in einem glänzenden Kleide erblühen lässt.
2011-01-22Am Reglement des Geldes hat schon so mancher seine Liebe verspielt und verloren.
2011-02-19Der künstlerische Gedanke verändert die Realität zu seinen Gunsten und zum Vorteil der Menschheit. Sowie ich dies notiere, als wäre es etwas oder eine Sache Beschließendes, will sich dieser aus der absehbaren Endlichkeit entfesseln und darüber hinaus, mit seinem freiheitlichen Willen in seine Umwelt nach draußen drängen, um auf sie schließlich, nicht ohne Aufmerksamkeit zu erregen, neuerlich gestaltend Einfluß zu nehmen.
2011-03-07Genieße, so lange du noch kannst und dir die Zeit dazu bleibt - denn an Geld allein können die Welt und du nicht genesen.
2011-03-07Meist läßt der Künstler kein gutes Haar an Politikern und der Politik und so manch einer dieser Klientel ist beizeiten sehr darüber verzweifelt. Denn im Grunde ist es aus der Sicht eines freischaffenden Geistes so, dass dieser am unbehelligtsten und ungestörtesten bei sich und seiner Arbeit verbleibt, wenn sie ihn in Ruhe läßt und er - und dies wäre eigentlich der ideale Zustand und die Gestalt eines Systems, der Demokratie - so wenig als möglich darin gestört wird, seiner Bestimmung gerecht werden kann und sich am wenigsten in seine Angelegenheiten mischt, auch aus allem schadlos hält, indem sie sich kaum spürbar klein macht. Wenn man das Wichtige an diesem intendierten Für-sich-sein des künstlerischen Willens nicht gleich versteht und in Unverständnis wankt, unternimmt man nur die seltsamsten und merkwürdigsten Verrenkungen, bevor man endlich, und das vorerst nur auf Umwegen, ans Ziel gelangt.
2011-03-09Ein besonderes Merkmal der Abstraktion liegt darin, - und was sie als Stilmittel in ihrer modernen Ausdrücklichkeit in allen Genres unentbehrlich macht, dass sie nur in nur qualitäts- und anspruchsvollen Ergebnissen ins Bewußtsein des Wahrnehmenden gelangt.
2011-03-28Die Schriftstellerei ergeht sich zunächst nicht in ihrem Entstehen oder eines Nichtentstehens, denn es kann ja zunächst im Hinblick auf die imaginäre Konstruktion eines Textes nur eine gut gemeinte beste Absicht vorhanden sein. Sie ist vielmehr in der darauffolgenden Praxis im günstigsten Sinne ein Opfer, dessen schaffendes Genie einer steten, erneuten Rechtfertigung vor sich selbst bedarf, um seine Existenz im Fluss der Ideen zu legitimieren. Sekundär ist hier dann nur noch das Erkunden danach, ob der niedergelegte Inhalt auch von anderen in notwendiger Weise und demselben Maße verstanden werden kann.
2011-03-31Wir wollen nicht länger mehr Gefangene unseres Schweigens sein, denn nur was durch unsere Sprache erst entsteht, ist uns diese Welt.
2011-04-01Der Planet Eva`s - der Garten Eden.
2011-05-16Den Menschen als solchen macht nicht das angenommene Kalkül seiner Perfektion und Vernunft aus. Genausowenig als dass die Medizin zwar eine Krankheit desselben ausfindig macht und erfassen kann, jedoch in der Ansicht von ihm als Ganzes stets zu scheitern droht und dabei auf neue Unwägbarkeiten stößt.
2011-06-05Was des Einen Stärke, ist dem Anderen eine Schwäche. Denn was dem Einen ein Werk für das Ewge aus Gedanke und Geist, ist dem Anderen nur ein Schloß auf hohem Berg aus Geld und Gold, das bei wechselnder Laune und Witterung haltlos den steilen Hang hinabrollt und zuletzt in Schutt und kalte Asche zerfällt.
2011-06-10Gott Zion ist das Ziel einer Religion der Welt - Jüdisch will deshalb geliebt sein.
2011-07-14Kindern oder Jugendlichen fällt es in erster Zeit leichter, entschlossene Pläne und vorausweisende Linien, die in die Zukunft weisen, gerade oft innerhalb von wenigen oder innerhalb eines einzigen Moments anzulegen, die auch dann entsprechend lange ihre Gültigkeit haben. Älteren hingegen verbleibt nur, von späterem Erreichtem und von dieser Stelle aus, sich vielleicht mit einem verbesserten Gewissen besinnend, im Rückblick das Erlebte und für sich Erarbeitete für verfehlt oder richtig zu bewerten, um dann möglicherweise mit der nun geschaffenen Sicherheit aber auch Zufriedenheit die bisher verfolgte Lebenslinie fortzusetzen oder, wenn kein Grund zu Optimismus und Lebensbejahung mehr in ausreichendem Maße vorhanden, einfach aufzugeben und Rat bei klügeren Köpfen einzuholen.
2011-07-14Seinerzeit während der Naziherrschaft des Dritten Reiches war H. symptomatisch als Popanz ein von den meisten Teilen der Bevölkerung mitgetragener und mit Begeisterung vorangetriebener Lösungsbringer für schnell entschlossene, leicht einleuchtende Argumentationen, welche in seinen Reden Zuhörer zu Beifallsstürmen mitrissen. Das Angebot einen wesentlichen Teil der wirtschaftlichen Probleme durch Dezimierung der jüdischen Mitbürgerschaft, sowie der von in vielerlei Hinsicht Andersdenkenden und weiterer kultureller Minoritäten, stieß vor allem deshalb auf die Zustimmung der meisten und wurde von ihnen auch tatkräftig mitgetragen, weil von ihm und seiner engeren Gefolgschaft der überwiegend christlich gläubige Bevölkerungsanteil von Verfolgungen verschont blieb und er bei der Ermordung der Juden und der bereits hier erwähnten Menschen auf die Handlangerschaft seiner Gesinnungsgenossen wie der meisten anderen auch, die nicht selten unter Zwang mehr oder weniger bereitwillig mithalfen, zählen konnte. Aus heutiger Sicht wird dieser Sachverhalt zu wenig erkannt und wird auch in theologischen Schriften unterdrückt, dass erst aus einer solchen Konstellation innerhalb der neueren und sie bis heute wesentlich mitbestimmenden Geschichte die Shoa, das mörderische Hinwegfegen deutschen und europäischen Judentums erst ermöglichte und diese Zusammenhänge in sich scheinbar widersprüchlich zur Aufarbeitung und dem, was man nun deshalb Vergangenheitsbewältigung nennt, bis heute hineinwirken.
2011-07-14In veränderter Gestalt und gerechtem Menschensinne werden wir fortbestehen, jedoch der Plan für morgen ist von Irrtümern nur ganz durchtrieben. So wollen wir nicht ständig fragen, ist wohl die bessere Welt im Hüben oder Drüben, sondern im Hier und Jetzt nur des Füreinander Nähe suchen, uns finden, lieben und unsren Seelen einen Hort des Friedens bieten.
2011-07-17Geist bemerkt man als solchen eigentlich nur, wenn er in seinen Ausformungen behindert wird und entgegen dem danach versucht, in unablässiger Weise in die Freiheit zu drängen.
2011-07-18Malerei sieht zunächst jenes zuerst, was sie danach erst erkennt und versteht. Sie wird deshalb als die "Erste Kunst" oder die "Königin der Künste" bezeichnet.
2011-08-06Der liebe Gott öffne jenen die Augen, die für das Gute blind sind.
2011-08-06Denn irgendwie gehören wir ja alle dazu zu der Gemeinde, welche sehend gemacht und deren Schuldenlast gleichwohl zu entschulden sei - vorausgesetzt, dass der Mensch des Dazulernens für fähig genug gehalten werden kann.
2011-08-09Verliebt zu sein, beflügelt einen, obwohl ich für mich allein bin - ohne dass sie dabei auch anwesend sein müßte und dies hat zur Folge, dass ich an sie denke und ich im Stillen stets aufs Neue einen Anlass finde, mich in meine zarte Blume zu verlieben.
2011-08-09Sobald du anfängst zu hoffen, besteht nur wenig Aussicht auf Erfolg; denn jede Hoffnung ist trügerisch. Aus meinem Blick jedoch kannst du Hoffnung für dich schöpfen.
2011-08-09Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein, er braucht auch Kultur, namentlich das Buch, das Zentrum aller Ich- und Bildungs-bestrebungen. Ohne sie weiß er nciht, wie zu leben.
2011-09-25Gleichgültigkeit allenthalben ehrt unser Leben und das, was des Lebens wert ist. Ebenso allesamt jene Erscheinungsformen und Auswüchse desselben, welche zudem aus der Norm geraten und unserer manchmal dadurch angestrengten Gewöhnung bedürfen.
2011-09-26In Abgrenzung zu rührseliger Altersseligkeit und vorlautem Sinn und Eilen nach verlockender Ewigkeit ist entgegenzusetzen, dass meine und deine Ruhe gerade sind wie ein doppeltes Paar Schuhe.
2011-10-23Dort, wohin in ein finster Reich die Seele aus den Augen tritt, ist der Gedanken Dunkelheit dem um mich her, jenem schwärzlichen Nichts als des Unfaßbaren seines Äußren gleich.
2011-10-27Der Mensch gleicht einem Scheintoten und verstößt sogar gegen die Gesetze, wenn er all seiner Qualitäten und Güten beraubt wird. Man wendet erst dann den Blick von ihm ab, wenn er krank im Staube liegt.
2011-10-06Ich bin ein an der Literatur unglücklich Gewordener, jedoch zugleich Glücklicher im Hinblick auf das Viele, das aus dem zunächst Geringen und Bestimmten hätte entstehen können. Denn so manches, was in den Anfängen lag, konnte seine Pläne und Gedanken kaum in eine Zukunft hinausreichen. Erst in der nach einiger Zeit vollzogenen Rückbesinnung auf noch Erhaltenes und sinngehaltig Lesbarem entstand eine Vision von einem Werke zwar überschaubareren Umfangs im Vergleich dazu, was es eigentlich hätte werden können, aber so wuchs es doch im Laufe von einigen Jahren mit um so größerer Geschlossenheit und Kompaktheit zu einem Ganzen heran, das uns nie dazu verleiten wird, es bei der genaueren Betrachtung seiner Details und Einzelheiten im Großen aus dem Blick zu verlieren. Damit ergibt sich für uns erst die Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung von einem Geschriebenen seiner Sprachwelt und der damit erkennbaren gänzlichen Identität in Autorschaft und von mir organisierten Gültigkeit des Denkens mit dem an ihm entsprechenden Verstehen dessen durch meine Leser in einem sprechend einvernehmlichen "Wir". - So dass ihr auch im Sinn und Dienst der Sache seid, es einem sonst nur kämpfen abverlangt und dies, gerade weil man es so nennt, schon nicht mehr rechtens scheint auf diese Weise und ihr davon solltet lassen.
2011-11-03Nichts bleibt dasselbe - alles schaut uns im Laufe seines Werdens mit veränderten Augen an. Und was uns ohne Gehalt erscheint, beginnt sich nach und nach, ganz nach den Gesetzmäßigkeiten des Lebens, wieder zu füllen und haucht dem uns noch Unbekannten, das wir mit überraschtem Staunen wahrnehmen, erneut Leben ein. Solange wir also die fortschreitende Zeit nicht als bloße Illusion hinnehmen, sondern als etwas, woran sich unser Werden wie auch immer in seiner Veränderung erkennen läßt, gerade so weit haben wir auch eine mehr oder weniger bestimmte Ahnung oder Voraussicht darin, wie das Später im Unterschied zum Jetzt aussehen könnte. Doch befinden und wollen wir uns auch nicht ständig und nur in dieser Unwägbarkeit einer von unseren Verstandeskräften geleiteten Bestimmung einer solchen Situation aufhalten. - Wir wollen auch in einem gewissen gleichförmigen Fluß der Geschehnisse existieren, in denen wir auch ein Gefühl dafür entwickeln können, aber auch Gewohnheiten und dergleichen, das uns den berechtigten Eindruck bestätigend vermittelt, in einer Weise dem Übrigen, uns Umgebenden innezuwohnen, in welchem wir mitnichten zuhause sind - wo wir dann andere Wege gehen, nämlich Wege ins Licht.
2011-11-05Was ist wichtiger? Die Quadratur des Kreises, wobei man hier synonym für die Unlösbarkeit eines Problems spricht, die Lösung aber in praxi in der flächengleichen Übertragung eines Kreises in ein Quadrat liegt. Oder die Formung eines Kreises nach einem quadratischen Inhalt auf dem umgekehrten Lösungswege. Lösbar wird ein Problem nicht erst, wenn ich es als solches erfinde, nur um mein Bedürfnis dahingehend zufriedenzustellen, sondern mir in beliebig begegnenden Situationen sich das Unerwartete, bisher Unbekannte entgegenstellt, das mir so wenig geläufig erscheint und folgerichtig, als wenn ich ein Quadrat mit einem Kreise vergleichen würde und ich das Objekt meiner Aufmerksamkeit erst einmal genauer, etwa durch das bloße Vergleichen kennenlernen müßte, um mich mit seinem Gegebensein vertraut zu machen. Durch das unorthodoxe Assoziieren von Verschiedentlichstem, deren Objekte bei erstem Betrachten überhaupt nichts miteinander zu tun haben brauchen, gelingt mir, um es so zu sagen, eine nach meinem Ermessen gedankliche Komposition dieser aus unterschiedlichen Gegenden oder Bereichen kommenden Elemente, die, zusammen gesehen, ein für meine Sichtweise typisches Bild ergeben, wonach sich auch, so mag man hoffen, der Blick des Anderen öffnet.
2011-11-15Das größte Verbrechen ist, jemandes Hände zu brechen, so dass alles Weitere, Unsägliche wie von selbst geschieht und seinen Lauf nimmt.
2011-11-27Manche belauschen und beobachten bei aller Neugier ihre Nachbarn und Mitmenschen in einer Weise, wie andere die Schlagzeilen irgendwelcher Tageszeitungen studieren.
2011-11-27Verstehen, um alles verstanden zu haben, kann man vieles und eben alles. Aufgelesen und Wahrgenommen haben braucht man aber dafür nicht vieles und daher Weniges, aber alles Erklärendes und in seiner Konzentration auf das Wesentliche, das wiederum über das Ganze aussagt, denn schon im Wenigen kann das Umfassende und Erfassbare zu wissen und zu erkennen sein.
2011-01-16Jeder Tag unseres Lebens sei uns ein Erlebnis und durch den Akt individueller Erfahrung als Erprobung, den ich über das kollektive Lernen stelle. Denn gemäß unserer Erfahrung stellt es dabei jeweils erneut die unmittelbar wahrgenommene Ganzheit der Welt mit all ihren Verbesserungswürdigkeiten, aber auch in ihrer Pracht unter Beweis.
2012-01-16Dass zu Beginn das Wort uns Leben und so Sprache einhauchte, heißt es - und was ihr habt zunächst genommen an euch, das ist zurückzugeben jetzt bestimmt kein Leichtes, sowie auf diese Weise wohl erfüllt es seinen Sinn.
2012-01-18Die Bildende Kunst, wie überhaupt jedes künstlerische Schaffen, darf sich nicht an der Vielheit ihrer Ergebnisse zerstreuen. Die Qualität ihrer Produkte flacht dann dabei unversehens zu einem gleichförmigen Einerlei ab.
2012-01-24Geh in kleinen Schritten, um auch im Großen voranzukommen.
2012-01-27Es ist nicht einzusehen, weswegen ich dort draußen in der Eiseskälte auf die Straße mich niederlassen soll. Denn das Leben ist, fürwahr, nicht einfach der Gefangennahme wegen durch den Tod dort zu ersetzen! Denn du bist, oh Leben, mit deiner Wärme das Geheimnis. (geschrieben zur Zeit des Sibierischen Winters, an dem das Erfrieren vieler Obdachloser zu beklagen war)
2012-01-30Die Kunst ist per definitionem in ihrem Wesen nichts anderes, als sich außerhalb von einem selbst zu stellen, so dass jede Sympathie oder eine Identifikation des Wahrnehmenden damit, ja sogar die Liebe zu seinem Schöpfer nichts Ungewöhnliches mehr hat und so gänzlich sich in die Harmonie und Ordnung der Wirklichkeit fügt.
2012-01-30Welch eine Gnade ist es doch, wenn beizeiten man von so anmutigen und betörenden weiblichen Geschöpfen umgeben, wobei der Mann an keiner Verkennung der Realität leidet, wenn es in der Unterhaltung mit ihnen nie zu einer endgültigen Ablehnung kommt, sondern es in der Konversation mit ihnen stets auf ein unausgesprochenes Zugeständnis des Geliebtseins hinausläuft. Immer jedoch in anderen Worten als nur in einem kurzen und oft gehörten "Ich liebe dich", welche die letzte Begegnung deutlich in Erinnerung und uns mit Vorfreude schon den nächsten Austausch in Gedanken und Rede erwarten lassen. So verbleibt man dann schließlich zuletzt mit einem sichernden und erfreulicheren "Auf ein nächstes Mal!"
2012-02-03Der gemeine Mensch soll nicht immer das tun oder danach handeln, wie es der Geldmächtige von ihm verlangt und vorschreibt. Denn jene verlangen und fordern immer wieder dasselbe oft aufs Hartnäckigste: nämlich das Geld von den Armen, den ohnehin Geschwächten und trotzdem um ihr Gut und ihre Habseligkeiten dauernd Besorgten, schwer Arbeitenden. Und es besteht danach der Eindruck, als ob hier auf keine andere Möglichkeit auszuweichen ist, da sich jener von allem Wirklichen nur auf diese, durch die Repression der "Oberen" bestimmen würde. Um diese Verhältnisstrategie durch das Verwalten und Abverlangen der Geldwerte durch die Reichen von der breiten gesellschaftlichen Schicht und deren Steuerung durch dieselbe zu ändern, muß sich das Verhalten der sogenannten kleinen Leute beim Verbrauchen oder Konsumieren jener Werte, für die mit Geldmitteln bezahlt wird, ändern, um so die Zielsetzungen der Fordernden in Frage zu stellen und schließlich deutlich abzulehnen, so dass endlich auch eine ganzheitliche Veränderung mit anderen, auf interessantere Weise ausgerichteten Perspektiven gewonnen werden kann.
2012-02-03Alle Statik im Geiste ist zweifelhaft, denn nur was uns im Strome seiner Bewegtheit hält, hält auch auf natürliche Weise im Bereich der Normalität und daher unsere Gedanken, unser Lebensgefühl in einem steten Gedeihen und Weiterwachsen.
2012-02-05Was die Materie anbelangt und die greifbaren mit Geldwerten aufzuwiegenden Güter, wird bei denen sofort getadelt und werden die Gesetzeskräfte spürbar, sobald man unerlaubt und sich nicht gleich auf sichtbare Weise legal Fremdes aneignet. Doch im Bereiche des Geistigen, insbesondere des Künstlerischen, fällt es einem umso leichter Ideen, Gedanken und bereits in feste Formen Gegossenes sich heranzuholen und sein Eigen, als das von einem selbst Stammende zu nennen und als solches auszugeben. Denn kaum einer wird herangehen und, noch dazu, wenn die Sache und das Vorgehen dabei gut genug verschleiert, dies Tun dann des Raubes anzuzeigen, weil bisher noch niemand einem den Rock davongestohlen und bei glaubwürdiger Miene man dabei gleich soviel Beifall ernten kann, als er selbst danach für sich als des Geistes Vater gilt. Und wird dann hierbei der bestimmende Gedanke noch passend klein gehalten und folglich auch verständlich, so ist dann bald schon alle Schwierigkeit überwunden und im Jargon der Algemeinheit sich mitzuteilen möglich.
2012-02-09Arbeit bedeutet, gegen Widerstände, die dem Denken in seiner Fortführung und Bewegung hinderlich sind, anzugehen und entgegenzuwirken.
2012-02-20Euch in Sozialem und Weisheit des Geldes um Rat befragt zu haben bringt nicht viel, denn Wissen sich gleichwohl angeeignet geht nicht, wie jenes berauschend in selber Hoffnung sich darauf auch angetrunken; wie auch immer an den Theken und Tischen des Gastes ihr euch unterrichtet habt.
2012-02-16Worin besteht nun der Unterschied, die Differenz zwischen einem Abbild und einem Vorbild? Das Abbild als eine Reflexion auf die Realität gerichtet, macht sie uns erst, ungleich vom bloßen Hinsehen auf sie, zur Gänze erfassbar und verständlich und läßt sie uns und uns in ihr als gemeinsames Ganzes erkennen. Das Vorbild hingegen geht in dem, was wir ihm nähern, über es selbst als eine Art Hyphothese hinaus und ist, um es so zu sagen, durch unser Zutun an ihm neu Erschaffenes oder Entdecktes, was wiederum den Blick öffnet für die signifikanten Felder, deren Bedeutungen, die jene für uns haben und wir sie sodann als jüngste Realität anerkennen.
2012-02-16Anzunehmen ist wohl berechtigterweise, dass dort, wo man eine Währung zuende rechnet, meist Zahlungsunfähigkeit und, so vermutet man, gesellschaftlicher Bankrott angezeigt wird. Im ungünstigsten Falle wurde hier vergessen aus dem, was noch an Bedarf nach den einfachsten und grundlegenden Bedürfnissen vorhanden war, das Beste zu machen. Zu hoch hinauf wurde hier gebaut und darauf vergessen, die Miete für jene Etagen mit deren Menschen darin zu bezahlen, die schon längst fertig und über dem Eifer an munteren Geschäftvorhaben für eine schwerlich errechenbare Zukunft vergessen wurden.
2012-02-27Und halte alle meine Arme in alle Richtungen suchend nach dir ausgestreckt...
2019-03-20Geh in die Sonne, und ich bin mir sicher, du wirst zwar niemals wiederkehren, aber deine Heimat finden. Sowie ich mir auch sicher bin, dass dir dies wie in einem Moment des Erwachens geschieht.
2019-03-20Kunst entsteht in einem fest schwebenden Zustand im Austausch am Bilde und durch jenen der Blicke.
2027-03-20Sobald man anfängt jenes Mittel zur Zahlung, mit dem versucht wird, den Werte eines Kunstwerks aufzuwiegen, etwa einen Zahlschein, für etwas nicht ersetzbar Wiederholbares, gar für ein Unikat zu halten - gilt denn dann auch jenes besagte Werk nicht mehr als eines von einem Künstler geschaffenes oder dürfte es folglich dann nicht mehr für ein solches gehalten werden, falls man seine Absichten und Ziele, die er damit verfolgt, genauer kennt?
2012-03-19Geh in die Sonne, und ich bin mir sicher, du wirst zwar niemals wiederkehren, aber deine Heimat finden. Sowie ich mir auch sicher bin, dass dir dies wie in einem Moment des Erwachens geschieht.
2012-03-19Kunst entsteht in einem fest schwebenden Zustand im Austausch am Bilde und durch jenen der Blicke.
2012-03-27Sobald man anfängt jenes Mittel zur Zahlung, mit dem versucht wird, den Werte eines Kunstwerks aufzuwiegen, etwa einen Zahlschein, für etwas nicht ersetzbar Wiederholbares, gar für ein Unikat zu halten - gilt denn dann auch jenes besagte Werk nicht mehr als eines von einem Künstler geschaffenes oder dürfte es folglich dann nicht mehr für ein solches gehalten werden, falls man seine Absichten und Ziele, die er damit verfolgt, genauer kennt?
2012-03-24Man kann über das ewig Zeitlose nur etwas aussagen, wenn in der Gegenwart an deren Grenzen gestoßen wird. Es eröffnet sich dadurch einem in einem visionären Akt ein Zwischenbereich, in welchem sich spürbar, auch an einem selbst, alle Physis in Auflösung befindet und sich gleichsam in einer nachvollziehbaren Bewegung hält. Wie ein Bild, das man unter ein Mikroskop hält, gerät dabei die Welt bei zunehmend verschärfter Einstellung in immer kleinere Teile und wir laufen in Gefahr, schließlich, indem wir versuchen, ihren Strukturen des Aufbaus und ihrer Herkunft zufolgen und sie wahrzunehmen, mit ihren Beobachtungen an ihr zu zerfallen. Etwas muß uns dabei zurückhalten und uns zu einer Wahrnehmnungsweise zurückholen, die uns davon abhält unseren Blick für die allgemeine Augenscheinlichkeit und für diese weiterführende Welt zu sehr zu deformieren, da wir sonst selbst Teil jenes unergründlicher werdenden Kosmos und für andere gänzlich freund und unverständlich und schließlich auf keine gewöhnliche Weise mehr faßbar und begreifbar werden. Bald erhofft man sich daher eine Normalisierung der subjektiven Wahrnehmung und ist schnell darauf aus, die alte Persönlichkeitsordnung wieder herzustellen - nämlich auf dem scheinbar leichtesten Wege, indem versucht wird, eine direkte Ansprache an das nächstliegende >>DU<< zu richten, um somit das Gespräch und den Austausch zu suchen. Bemerken wird man jedoch allsbald, dass zwischen den einzelnen Ansichten Welten liegen und uns vieles von denen gäntlich unbegreiflich und für immer verschlossen bleibt. Bleibt nur der fortwährende Versuch, bei naturgemäß stets neuem Aufnehmen des Gesprächs endlich in das, so möchte fast zu sagen sein, anders kulture Gedächtnis vorzudringen um zuletzt wieder auf sich selbst zurückgeworfen zu werden.
2012-03-31Epilog: Ären des Glaubens und der Sichtnahmen von der Welt dauern oft lange an, bevor sie ohne weiteren Atem erlöschen und dabei der Mensch an sich selber und an seinem eigenen schlechten Gewissen zugrunde geht. Dann stellt sich die Frage, meist wie bei jedem erneuten Hoffen, bei dem ein Ergebnis erwartet wurde, wo wir sind und woher wir kommen. Bis sich aus dieser Besinnung auf das Zurückliegende und dem, was vor einem liegt, allmählich ein Blick auf das Heute ergibt, der in seiner Totalität der Gesamtheit hinnehmbarer Perspektiven je die Geburtsstunde eines neuen Anfangs ins Leben hervorbringt. Denn wenn jeder seinen Gott, so wirst du sehen. - Wie auch die Zukunft mit dir in der selbigen.
2012-04-12Fluss der Dinge, aus der Erstarrung und Umklammerung des Jetzt ins Morgen – in die Genese des Morgens.

Das Sein im Werden – ob dies nur ein Versuch, ein hilfloses Unterfangen, das keinerlei Aussicht auf Erfolg verspricht?

Rastlosigkeit, Unruhe, Auflösung der Statik gegenwärtiger Zustände und Momente, Entstehung aus dem Chaos, Auflösung in den Fluss der Dinge aus der Erstarrung und Umklammerung des Jetzt in die Genese des Morgens.

Die Natur – die Erde, sei unser Leib, unser Korpus und Körper, der klingt: Klang‑Körper, an welchem alles Leben zueinander spricht.
2012-04-17Stellt sich dann doch die Frage, ob wir nicht doch am Ende einer im Laufe der Zeit deformierten Wahrnehmung und daher veränderten und noch solchen Versuchen des Vordringens zu einem anderen Subjekt auf diese Weise erzogenen Wahrnehmung und deren Aufarbeitung ihrer Inhalte den Vorzug gaben, da uns schließlich in der Hinwendung zum Anderen in eine Sphäre des Privaten und einer erhellbaren Intimität ein Zusammenleben erwachsen kann, das sich endlich wieder ebenso einer Erweiterung des Individuums in seiner gesellschaftlichen Existenz und der fortschreitenden Infragestellung und Überwindung ihrer Grenzen eröffnet. Das Geheimnis aller großen Literatur liegt darin, über dem Leben zu stehen und zugleich über das Leben zu philosophieren und von ihm zu berichten. Das erst macht sie in ihren Dimensionen zu dem, was sie zur Weltliteratur erhebt. Im Akt des Schreibens liegt daher auch ein Verstehensprozess begründet, der uns dazu befähigt, uns inmitten allen Daseins zu bewegen als Teil des Ganzen. Durch die Gnade eines Schöpfers und einer gestaltenden Kraft unseres Könnens werden wir zu Berichterstattern des Erlebens in der jedem Individuum vereigneten Sprache. Der selbstredende Text, der dabei entsteht und von uns allen und allem sonstigen handeln soll, will von jenem, was wir uns bedeuten und unserer Verneigung vor dem Wunder Leben, aber auch von so manch seiner Tragik künden.
2012-05-01Wenn ein Mann alles von einer Frau will und gar die Liebe, wie auch damit gleich die ganze Welt, sodann in der weiteren Konsequenz auch das folgende Menschengeschlecht. Und wohl beide, wie auch alle Liebenden, schaffen dann gleichberechtigt jenesselbe, dessen Individuen von jedem anderen benachbarten verschieden sind und deren größte Gemeinsamkeit eben in dieser Verschiedenheit besteht, was sie wiederum vor dem von ihnen selbst geschaffenen Recht gleich machen soll. Laßt sie deshalb aneinander genesen.
2012-06-05Im Machen oder Herstellen von Klängen im Geiste der Musik erklärt sich der Zusammenhalt und der Wiederklang an Leib und Seele. Sie ist als eine Art Klangschale wie die Psyche der Frau, deren Physis man um deretwillen in Schwingungen versetzt.
2012-06-14Die besten Freunde sind einem oft die fernsten.
2012-06-22Ein Buch ist eine überzeugende Geste treffsicherer Argumentation, wenn es gut ist.
2012-06-22Stets angemessen gut gekleidet und als Herr von gehobenem Stand zu gelten, bedeutet noch nicht auch einer demgemäß verbindlichen Sprache mächtig oder gar ein Dichter zu sein.
2012-06-22Um den weiten, weltumspannenden Geist der Liebe zu wissen bedeutet zugleich tiefe Einblicke und Erkenntnis vom einzigen großen Buch des Lebens zu haben und darin Gedanke und Gefühl, unserer Augen Sehen gleich in einem unendlichen Raum erstrebenswerter Orte umher zu reisen, darin blättern und lesen zu lassen. Es sei dann so, als wären wir an einem, sodann damit auch an allen Orten zugleich zu Haus und uns keine Ferne mehr die fernste und uns der erste Horizont, den es mit unserem Wissen und Ahnen zu überschreiben gilt, als jeweilige Dimension des Blickes nicht der einzige und für den es gilt, ihn wie alle weiteren zu erschließen und gleichsam wie eine Welt, zu der wir, wie sie selbst zu uns, gehören und sie in uns und wir uns in ihr erweitern können.
2012-06-27Weil über das, was heute in den Tagblättern geschrieben steht schon morgen anders zu lesen ist, kann wohlweislich die Zeitung als Transporteur verbindlicher Meinungen und von jenem, was gesagt werden soll, nur wenig oft ernst genommen werden. Denn unversehens gelangt völlig unerwartet der gewöhnliche Mensch auf dem Schafott einer skandalträchtigen Öffentlichkeit, weil jeder sich ja in irgendeiner Weise verdächtig gemacht habend könnte, wenn man einem nur zu genau hinsieht. Hingegen die Werke der Kunst brauchen nicht immer gleich von einer größeren Aufmerksamkeit der Bevölkerung getragen zu werden, wodurch abzusehen ist, dass sie, schnell wieder vergessen, in einer Flut der Vielzahl von Meldungen der Tagesnachrichten untergehen und nur mehr selten an sie erinnert wird.
2012-07-02In welchem Land leben wir, in jenem der Freiheit des Glaubens und Gedanken. Sind nicht schon die Grenzen der Nationen fließend und weitestgehend aufgehoben im Sinne einer globalen Flexibilität der Bewegung? Das Verbot des jüdischen Rituals der Beschneidung, welches angestrebt wurde, scheint mir der moderne und kaum zu übertreffende Einschnitt in die Selbstbestimmungsrechte religiöser Freiheit zu sein und sei, so mutet es mich an, auch die modernste flächendeckendste Form des Faschismus christlicher Prägung, der durch politisch-kapitalistische Gesetzmäßigkeiten, eben durch unsere Gesellschaftsform des gegenwärtigen Kapitalismus bestimmt ist, der geradewegs wie eine Ausgeburt des Faschismus aus dem vergangenen Jahrhunderts herrührt und heute seine Fortsetzung findet.
2012-07-17Alle Bücher wurden irgendwann zu irgendwelchen Zeiten schon von irgendwem gelesen. Warum solltest du dann denen gegenüber in irgendetwas nachstehen?
2012-07-17Nochmals auf den Punkt gebracht, bedeutet die Individualität im Allgemeinen die größte Gemeinsamkeit der Menschen untereinander als ihrer Verschiedenheit jedes einzelnen voneinander.
2013-02-18Ständig ist jener, welcher sich nur an eigenen Zielen und Vorstellungen orientiert, und zwar gerade zunehmend deshalb, da man die Absicht verfolgt, ihn nicht aus den Augen zu verlieren, in seiner auf fatale und ganz und gar unerklärliche Weise in der eigenen Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und dabei seines Selbst und der reflektierenden Wahrnehmung von außen beraubt.
2013-02-20Leute, die viel reden, überlegen meist nicht lange was sie uns zu sagen haben und erzählen sollen, denn meist sagen sie dann die Unwahrheit und verbergen sich dahinter, denn es fällt erfahrungsgemäß leichter zu lügen als bei der Wahrheit zu bleiben.
2013-09-17Die besten Gedanken sind ohne doppelten Boden, täuschen uns nicht in unzulässiger Weise über so manches hinweg. Sie sind eindeutig und lassen nur jeweils eine einzige Möglichkeit in der Realität zu.

Und wisse auch, dass zuletzt kein Gedanke und Gedachtes ohne verwirklicht zu sein und ohne nicht irgendwie in der Wirklichkeit aufzuscheinen im Unbemerkten, ohne nicht gelebt zu sein, verbleibt.
2013-10-28Wer rede, der glaube
2013-10-29Feder war der Bruder Taubenflug
2013-11-13Es wird Winter und seine Kälte verscheucht die gegen mich aufgebrachten Grüppchen von den Straßen, so dass nur noch ein leerer heller, mit Nachdenklichkeit erfüllter Raum zurückbleibt.
2013-12-02Warum soll am Ende nicht alles gleich nebeneinander stehen von ebenbürtigem Wert und in einer erstmalig bestaunten, uranfänglichen Ästhetik?

1 + x = 1 + (0 - ∞)
2013-12-24Was wollt ihr mir glauben, wenn ihr des Glaubens nicht fähig seid?
2014-01-12Nur wenn ihr mich liebt, geschehe es nach bestem Willen. Liebt ihr mich nicht, bleibt versagt an Euch mein Helfen.
2014-01-12Die beste Musik ist dann geschaffen und klingt vor uns allen, wenn man ihr anmerkt, dass damit niemand für dumm verkauft werden soll und wenn sie quasi aus (Liebe) Hingabe um ihrer selbst willen entsteht.
2014-01-13Bücher rechtfertigen die Mittel.
2014-01-13Wenn ein Maler mit seinen Bildern für sich zum Klassiker wird und will es dabei auch noch für andere werden, zieht er sich dabei vor den anderen ins Lächerliche und wird dabei zunehmend unansehnlich.
2014-01-17So mach einer suchte schon nach Möglichkeiten entspannenden Ausgleichs. Doch mir sind subjektiv am liebsten immer noch das weitverbreitete Kulturgetränk wohlschmeckenden Kaffees in überlegter Kombination mit dem vernünftigen Konsum an Zigaretten. Diese Tugend hält den Geist frisch und du wirst dabei sogleich so manch einer schlechten Gewohnheit und Lebensart abhold in dem du diese gerne zugunsten besinnlicher Momente des Lebensglücks und beschaulichen Genießens aufgibst. Zumal dies doch auch über so manch beschwerliche Zeiten hinweg bringt und dir deinen Lebenstraum stets in erfüllbarer Nähe hält.
2014-01-19Solang die Welt in Frieden und ich wie auch jeder darin friedlich ist, sei sie umgarnt von unsrem und Gottes Frieden.
2014-02-02Ohne die Musik wäre alles und wir selbst zunehmend ohne Bewegung und würde in derselben Unbeweglichkeit verharren, wäre hart und zuletzt nur noch anorganisch. Deshalb ist sie in ihren auf ihre Weise wahrnehmbaren Ausprägungen wie der Versuch einer Annäherung an das Leben selbst.
2014-02-07Vergiftet nicht unser Denken und Wissen, da uns daraus zuletzt erst so etwas wie ein Gewissen entsteht, wenn wir erkennen, wie zunächst wenig sich vermeintlich doch das, was uns umgibt und geschieht, von unserem Denken beeinflussen lässt und den übrigen Verlauf der Dinge in seiner Richtung entscheidend verändern würde.
2014-02-09Erst durch die Liebe wird das Leben dazu, wozu es uns glücklich und überlebensfähig macht.

So wie der Kontrast einer Fläche oder eines Gegenstandes zu seinem nächsten Umfeld, der erst zu seiner optischen Wirkung als farblicher Eindruck in unserer Wahrnehmung kommt, unterscheidet sich das Eine vom Nächsten wie die Anmutung des Staunens der Augen einer Frau, deren Blick uns in ihr Fragen einlädt und zu einem Nebeneinanderher des Beschreitens eines gemeinsamen Wegs, der noch vor uns liegt, auffordert.
2014-02-18Es muss nicht für notwendig gehalten werden, sich ständig für etwas rechtfertigen zu müssen was man längst tunlich unter Beweis gestellt hat. So gilt u. a. auch, abhängig von dieser Feststellung, dass ich sagen darf: Ich glaube dies grundsätzlich zu wissen.
2014-03-01Je mehr man genauer hinsieht, umso mehr unterscheidet sich die Welt von einer jener möglichen, von denen wir im Vergleich zur ersteren eine als andere Welt erkennen.
2014-03-12Für den, der nur schwerlich lernt über sich selbst zu vergessen, wird die Zeit zur Qual und jener denkt dabei stets nur an sich!
2014-03-12Berechtigtes Desinteresse an einer Sache entsteht dann, wenn man sich genötigt sieht, innerhalb einer Feststellung Position zu beziehen und ebensolche aufzubauen, deren Problematik jeder realen Grundlage entbehrt wie auch jeder Beobachtung.
2014-03-12Es gilt, nur um das Einzelne bemüht zu sein, zu wissen und darum sich zu bemühen sich für das Leben zu entscheiden.
2014-03-12Wer geheime Wünsche hegt und bei gewohnter Tat in vollendeter Weise den guten Willen dabei vorzutäuschen im Stande ist, dem stehen im Leben alle Wege offen und kann dann dabei so gut wie alles erreichen. Denn glauben und dabei dann auch gleich alles für möglich zu halten wie in einer allwissenden Naivität kann man schon gänzlich als eine große Selbstverleugnung ansehen.
2014-03-14Gleichgültig, welch ein Ende eine kriegerische Auseinandersetzung findet, auf welcher Seite der Gewinner steht oder der Verlierer zu Felde liegt und zu liegen kommt: Ein Krieg geht für jeden immer verloren, hier gibt es nur Verlierer, geht zu Ungunsten der Menschlichkeit und ist ein Verlust an Unwiederbringlichem. Ist die Menschheit denn deshalb gänzlich auf der Verliererstraße, da sie selbst in ihrem Bestehen auf Erden bisher wenn auch noch so kurze Zeit des Friedens erleben durfte.
2014-03-14So manch einer vermeint seine, wenn einmal erreicht, so genannte höhere Bildung nicht mehr unter Beweis stellen zu müssen und geht davon aus, dass es dafür keiner weiteren Notwendigkeit mehr bedarf und es seinem Ansehen nach genügt mit weit erhobenem Haupte vor den Anderen her zu gehen, davon ausgehend, dass nur der Anblick seines rückwärtigen Gesichtes besonders lehrreich und allem weiteren Vorbild dienlich sein soll, deren Bewertung wohl eher durch die Richtlinien des schnöden Kapitals geschieht – was merke sich jeder ein Leben lang, wer um die Sache weiß und danach kann.
2014-03-18Gehst du mit Spaß an eine Sache heran, erwartest dir zumal gleich dabei Erfolg und misslingt dir der erste Versuch, kann es sein, dass du gänzlich die Begeisterung daran verlierst und diese nachlässt. Beginnst du jedoch später noch einmal nun ernsthaft mit mehr Geduld und Ausdauer damit, gerät dir die Beschäftigung daran zur Freude und es wird dir dadurch möglich das Ziel, welches du mit deiner Absicht verfolgst, zu erreichen, gewissenhafter daran zu arbeiten und dir selbst noch eher gerecht werdend dich deiner Sache anzunehmen.
2014-04-01Sein Geist formt den Menschen wie darin, soll er im Leben bleiben, er auch unteilbar ist.

Er kann zwar sehend, etwa visuell seiner Vorstellung nach eine Teilung an sich vollziehen, so dass sie dann in Form zweier oder mehrerer Lebewesen etwa in der Kunst, Vorstellung und Wahrnehmung hypothetisch existiert, jedoch existiert letztendlich er in der Wirklichkeit nur er selbst als Einzelwesen und ist diese Spaltung praktisch darin nicht vollzogen, da er sich selbst stets nur als Einzelwesen exemplarisch für andere hernimmt und daran in seiner Vorstellung für andere ausgeht und jene, die ihn umgeben, ihm nur identisch gleichen. Und so erscheint es realistisch anzunehmen, dass jenes, was wir hier als Geist im Menschen erkennen, dem ähnlich ist, was wir als jenes oft verstehen und als Gott oder göttliches Wesen bezeichnen. Dieses wiederum ähnelt selbst dem Menschen und ist quasi personifiziert in ihm, da es uns als Einzelwesen in die Welt vergibt, die dann wiederum nur jenes Eine sind.
2014-04-10Wer sich in seiner Unselbständigkeit ein Lebtag lang benimmt und gehätschelt wird wie ein unfolgsames kleines Kind, der bleibt auch für immer eines von nur geringem Verstand.
2014-04-22Dort, wo man den Umgang mit Literatur pflegt und Bücher stets in nächster Nähe sind und ihr Gebrauch selbstverständlich ist, geht es in der Regel meist menschlicher zu als überall anderswo. Durch sie äußert sich das Bekenntnis zum Leben an deren Lektüre und Kultur.
2014-04-26Jene, die ich rufe und bereits rief, sind auch die, welche ich zuvor hörte.
2014-04-29Die beste Art zu lieben ist es, nur so viel von einer Frau zu wollen, als sie einem Manne zugesteht.
2014-04-30Menschen, die von Zeiten nicht ganz richtig im Kopfe und vielleicht etwas spinnen, sind oft gar ärger dran als jene, die nur körperliche Gebrechen und deren Schmerzen erleiden, denn um deren Abhilfe davon zu verschaffen, ist es gerade oft einmal notwendig auf andere, bessere Gedanken zu kommen, etwa durch die Lektüre eines guten Buches, wenn einem hierbei eines in glücklicher Weise in die Hände fällt – und der Zufall hilft dabei in nicht seltenen Fällen mit, diesen Spuk eines Unwohlseins ernster Krankheit bis zur Genesung auszutreiben.
2014-04-30Macht und Geld machen noch lange nicht in gleichem Maße klug und es ist wohl eher so, dass ein Mehr an materiellem Gut die Denkfähigkeit eines Menschen eher schwächt und ihm jegliches Empfinden für seinen Mitmenschen nimmt und ihn selbst aushöhlt. Es entsteht so der Eindruck, was man auch glaubhaft an der Realität ersehen kann, dass sein Gespür für den Reichtum zunimmt und seine Macht über andere anwächst, in dem er dadurch eine Vielzahl seiner Nachbarn unterdrückt und ihrer Existenzgrundlage beraubt. Wäre es hier dann nicht besser, man würde die allgemeine Orientierung auf eine andere Perspektive der Beurteilung von Werten, welche alle in direktem Zusammenhang mit der Praxis des Lebens stehen, lenken, um so diese Aushöhlung an Menschlichem, von der ich sprach, zu vermeiden, um so den eigentlich lebenswichtigen Aspekten unseres Daseins wieder mehr Sinn zu verleihen.
2014-05-08Sich für eine Sache zu engagieren, gelingt dann am besten, wenn man hierfür alleine die Auseinandersetzung betreibt und austrägt, gerät diese einem dann doch am wahrscheinlichsten zum Erfolg, gerade wie dabei folglich sonst niemand als vielleicht nur man selbst in Mitleidenschaft gezogen wird.
2014-05-12Kunst geschieht fortan in einem Prozess des Suchens, dessen Spuren, die der Schaffende hinterlässt, ihre sichtbaren Ergebnisse sind.
2014-05-15Alles, wenngleich viel Schreckliches gesehen zu haben, muss nicht immer wieder erneut vorgeführt werden, denn solches Geschehen bürdet einem zu bestimmter Zeit zu viel auf und es ist dann folglich besser, sich davon abzuwenden, denn jede Aufmerksamkeit oder auch nur ein beobachtender Blick behindern im erforderlichen Moment das Rettende einer helfenden Hand und man kann und darf auch ruhigen Gewissens danach seinen Weg gehen, ebenso mit der Gewissheit durch wenn auch Nichteinmischung in der fraglichen Situation Positives mit bewirkt und so erst gerade eine entscheidende Wendung der Lage ermöglicht zu haben.
2014-05-19Fürchte nicht, dich bloßzustellen und dich dabei zu offenbaren, indem du Briefe an jemanden richtest. Bitte deine Verehrte deshalb darum, sie möge doch in deiner Nähe bleiben und nicht wegzugehen. Denn sie ist immer wieder aufs Neue gern gesehen in eurem gemeinsamen Garten. So erlaube denn doch zumindest die beste Art zu lieben und das gerade nur so viel von einer Frau zu wollen, als sie dies einem Manne zugesteht und umgekehrt, wenn unsere Geister sich treffen, zu einem Einzigen werden und du mich liebst wie deinesgleichen und ich dich wie meinesgleichen.
2014-06-12Beim Verfahren der induktiven Bilderkennung, in welchem die Abstraktion eines Gedankens durch den Künstler vor sich gehen soll, geht jene der Wahrnehmung des Betrachters voraus. Danach lässt sie jene, etwa durch die geeignete Veranschaulichung eines Bildes, an ihm zu. So erst erfährt jenes Bild seine vollgültige Wertstellung innerhalb der Wirklichkeit.
2014-06-16Allein durch bloße Willensanstrengung ist oft noch nichts erreicht: Deshalb segne ihr mit mir durch das verfolgte Ziel die Tat, mit der sie mich zu ihm gelangen lässt.
2014-06-24Auch der Mensch ändert sich ständig und er ist im nächsten Moment nicht mehr derselbe wie noch davor – eben als ein Wesen auf Zeit und gerade über das Dunkel, das uns zu großen Teilen umgibt, wissen wir am wenigsten. Und die Zeit? Sie ist ein nie enden wollender Erzähler.
2014-06-25Wen geht es an, wie ich nach euch hin scheine und nach eurem Dünkel mich reime?
2014-07-20Musik, die dir die Stille raubt, taugt am wenigsten.
2014-08-28Ein Humanist ist eigentlich nur ein solcher, wenn er auch lehrreiche und weise Schriften liest.
2014-08-28Für geringen Lohn oder gar keinen arbeitet keiner gern oder schließlich gar nicht.
2014-09-10Alle Krankheit, egal welche, beruht im Grunde nur auf dem vergeblichen Versuch mit einem Partner des Begehrens in einem Akt wahrer Liebe zum Beischlaf zu gelangen.

Der gewöhnliche Teil der Menschheit, der erst gar nicht solch hohe Ansprüche um die Verwirklichung solchen Tuns an sich stellt, erfüllt diese Handlung wie eine in schulischem Unterricht geforderte Verpflichtung, durchführt dieselbe nach planendem Vorgehen mit den absehbaren Konsequenzen wie der Gründung einer Familie und Heirat wie der Einpassung der beteiligten Personen in das hierarchische System einer mehr oder weniger verzweigten Verwandtschaftsbeziehung.

Es scheint jedoch, will man jenem, was Liebe im Ideal sein soll, möglichst sinnvoll nahe kommen, müsste man sie als eine Idee begreifen und alle Zeit und Mühe darauf verwenden, die selbe auszuformulieren und als Thema zum allgemeinen Diskurs der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Nur so ist auch zu erwarten, dass alle Mängel und Nöte darin einmal entdeckt, beim Namen genannt und auf sie aufmerksam gemacht wird, um so eine Verbesserung unserer aller Situation ernsthaft erwartet werden darf.
2014-09-16Manches Mal widerstrebt es mir nur nicht zu sein wie ihr, bin ich gegen euch, nur um gar nicht zu sein wie ihr es seid.
2014-09-17Wer über die Welt nichts liest, hat und weiß ihr auch nichts zu sagen.
2014-09-19Wer der Welt etwas zu sagen haben will und darin umgeht, muss auch etwas über sie gelesen haben, und wer mich nicht las, ist selber schuld an seinem Unvermögen sich inmitten all diesen Geschehens zu begreifen – also: Wirf dich in den Haufen!
2014-10-29Ein Aushalten in der Welt gleicht oft einer einzigen langen Folge von Irritationen verschiedener Intensität. Doch kehrt der Blick des Menschen stets erneut zu ihm selbst zurück – und am Ende schließlich ganz kehrt gänzlich in sich zu jenem Kosmos, der in ihm verinnerlicht weilt und in erster Blüte weilt.
2014-11-19Fragen wir uns, worin ein diktatorisches System dem Menschen unmittelbar (darin) heranrückt und ihn zum Unmenschen werden lässt: Es ist dies in ihm das eindeutig unwidersprochene Geschehen des Ungerechten.
2014-12-02Bei genauerem Hinsehen ist jede Religion, wie uns die Erfahrung auch aus der jüngsten Geschichte lehrt, zugleich auch eine vom Menschen abgewandte und im schlimmsten Falle mörderische. Denn jede von ihnen ist ohne Ausnahme nekrophil, d. h. genießt und hat Interesse am sterbenden Menschen, schließt jene Menschen von ihnen aus, die ihr widersprechen und nicht gleich von Anfang an zugetan sind. So erwächst aus jedem ihrer Kreise und Gemeinden, in jener jeweils wieder das Leben zerstörende Kraft wie das immer erneute Bekanntwerden der lebensfeindlichen Kraft einzelner, die über andere herfallen und dieselben bis zu derem Ende im Namen einer fragwürdigen Gottheit schädigen, mitunter sich bedienend eines Vorantreibens von Prozessen mittels dunkel geheimnisvoller Rituale.
2014-12-02Denn nur so ist er anzusehen, der Mensch ins einer ihm eigenen Unvollkommenheit: Im Widerstreit mit der Natur – und doch in der steten Auseinandersetzung mit ihr in seiner Abhängigkeit von ihr.

Ansonsten sei es ihm anempfohlen, allein zu sein mit jenen Gedanken, auf die er sich gerne verschwendet.
2014-12-06Eine Verdichtung der Materie geht mit der zunehmenden Genauigkeit der Definition von Zeit vor sich. So wie sich darnach als beobachtbarer Beweis hierfür eine eindeutige Trennung von Innen und Außen – Individuum und die Gesamtheit der Individuen feststellen lässt, wenn etwa das wahrnehmende Subjekt, ohne zeitlich genauer festgelegt zu sein, ohne ein beobachtbares Gegenüber und für sich seiend auskommt, bei zunehmender Fixierung, jedoch auf eine einzelne Zeiteinheit, ihm ein konkretes Gegenüber von Individuen sichtbar wird in der Gegenwärtigkeit des Seins.

Auf diese Weise, so folgere ich daraus, findest du gänzlich zu dir selbst und zur Ruhe, zugleich als Einzelnes und Ganzes wenn sich alle verdichtende Materie auflöst und du dabei mit ihr zu Geist wirst bei zunehmender Aufgabe zeitlicher Strukturen. Und je mehr du in deiner Abgeschiedenheit verbleibst und dein Geist, gerade weil er unteilbar ist, sich in seiner Einsamkeit in den Weiten des Raums verfliegt, umso mehr nimmt er an Größe zu und streift alles Belastende ab, bis er völlig frei und unverwurzelt allen Raum einnimmt.
2015-01-09Jeder Zuweisung an Schuld und dessen Eingeständnis geht ein Vorspiel voraus – die geforderte Bekenntnis etwa einer Lüge und der verweigerten Zustimmung zum allgemeinen Credo, welches dazu eines Sich Fügens in einen allgemeinen gesellschaftlichen Kontext auffordert. Verweigert sich die Stimme des Einzelnen inmitten seiner Gemeinde, so hat dies zur Folge, dass diese ihrer Berechtigung der Mitsprache und Entscheidungsbefugnis beraubt wird und es dabei unterlässt, diese weiterhin zu befragen. So entstandene Dialektik innerhalb eines gesellschaftlichen Zusammenhangs verläuft stets schmerzlich, ist seiner Intention nach auf die völlige Ausklammerung, wenn gar der Beseitigung des ersten und verursachenden Subjekts aus, so dass letztlich man sich dabei selbst den Weg dorthin verstellt, der Sache auf den Grund zu gehen und die Wahrheit dabei gänzlich aus dem Gesichtskreis entschwindet.
2015-01-10Alle Spekulation über das Sterben und den Tod ist etwas, was uns jeglichen Gedächtnisses beraubt, denn an ihm gibt es kein Früher oder Später, und eine Leere, die verbleibt und allmählich an Kontur verliert, welche letztlich für niemanden mehr klar erkennbar ist und man gleich wie mit schweren Stiefeln darüber hinwegschreitet.
2015-01-12Jedes gute und lesenswerte Buch, in welchem sich alle Stimmen der Welt vereinen – so wie ich auch hoffe, dass meine Worte, die ich für euch schreib, euch als das Beste für euch erreichen und bedeuten sollen – macht unser Leben erst lebenswert.
2015-01-14Schonungslos, schonungslos werde ich mit euch umgehen und immer der Wahrheit auf der Spur, damit nichts, was an Wichtigem ich zu sagen hätte und zu sagen ist, auf der Strecke bleibt.
2015-01-15… ein Ausdruck nachdem ich schon länger suchte: „neuralgische Stellen“.
2015-01-18Der Pfad, den wir mit denen gehen, die außerhalb des Rechts stehen und ohne Rechte sind, keine Ungerechtigkeit begingen um gerade für die Gerechtigkeit aller einzutreten und zu streiten, wird irgendwann einmal für jene der Pfad des Rechts, der Gerechten und zu einer Tugend des Rechtmäßigen werden.

Sonst wohl werden Menschen dann zu Kriminellen, wenn es für manche Institutionen und deren ausübenden Kräfte in deren Funktion besonders interessant wird, ihnen beim Sterben zuzusehen.
2015-01-25Sobald du der Vorzüge deines Lebens teilhaftig wirst und du dir deinen Leib an dir selbst wohlweislich erhältst verschwinden auch die Nöte und Sorgen der Welt gänzlich nebenher, birgt sich ihr Licht in einen Schimmer des Hoffens.
2015-02-09Wie sieht es nun mit dem Denken aus und wie wohl steht es im besten Falle darum?

Wie, letztendlich, macht es sich für die Wahrnehmung am deutlichsten bemerkbar? Die Antwort ist, dass ich höre, was ich denke und insofern denke, wenn ich höre, was ich denke und diese Tätigkeit mir wissend für meinen Verstand und im Ganzen für meines Geist als Aufgabe zur Lösung von Problemfragen in Auftrag gegeben ist.
2015-02-12Was uns ausmacht ist letztlich Begrenztheit und Offenheit zur Umwelt nach dem Menschenmöglichen an ihm. Wir erkennen und wissen also nur so viel, als das was wir sind, nämlich als Menschen. Wie auch hier die Idee der Liebe, da sie in ihrer gewöhnlichen Form dennoch an der Vernunft in manchen Situationen ihrer eigentlichen Bestimmung nach schließlich entfremdet, was sich als ein Grundproblem menschlicher Existenz herausstellt.
2015-02-14Es verletzt niemanden, wenn gesagt wird, was man weiß, denn jenes Wissen durchlief dabei schon eine Prüfung an Erfahrungswerten.
2015-02-18In meiner individuellen Sprache komme ich mir selbst oft zuvor, was ich an ihr schätze … und das nicht hoch genug. Sie sichert daher mein Überleben und lässt mich oft in Momenten des Ungewissen den notwendigen Wagemut haben, so dass mich schnell aufeinander folgende Erkenntnisakte wie mit bekannter Intuition einen Weg nach vorn, gleichend einer Flucht in hell erleuchtete wegsame Gelände schneller Vorwärtsbewegungen finden lassen.
2015-03-04Dies gleicht einem Teil des Sehens, das ihr nicht kennt, das auch ein Teil des meinigen ist und daher mir gar wohl bekannt, ich euch Sehen lehre, wie jenes Sprechen, als wär’s von Anfang an euch ureigens anverwandt.
2015-03-21Was macht gute Lyrik in ihrer Größe so bedeutungsvoll? Lyrik ist platzsparender als gleich wie in jenen zierlichen kleinen Häusern, diese bewohnbar werden, wenn bald sie mit wenigem handlichem Mobiliar vollgestellt sind und eingerichtet.
2015-04-08Wer etwas zu sagen hat, der mag auch reden.
2015-04-10Was macht mich zum Dichter? Es sind dies die allgemeinen und höchst unterschiedlichen Weisen und Befinden menschlicher Existenz, deren Notwendigkeit diese zu beschreiben und nieder zu schreiben ich mich genötigt sehe.
2015-04-18Jeder und jede muss sagen können von woher was aus einem geworden, und wer es nötig hat, der soll von nun an weiter streben, wer nicht, der soll so bleiben wie gerade eben.
2015-04-30Die Sprache ist oft von hoher Komplexität und die Welt, von der sie spricht, bestimmt in keinerlei Weise nur ein Fernsehapparat: Seit dem Versuch jedoch, ihre vielverzweigte Konstruktion zu verstehen, gelingt es uns oft ganz unerwartet von den Dingen und Menschen, die uns umgeben, in einer unverfänglichen und nicht weiter wiederholbaren Einfachheit zu erzählen, was schlechthin den Sinn ihrer Grammatik ausmacht.
2015-04-30Bildung könnte sein wie die sichere Neigung in der du an einem unverrückbaren Baume ruhst, dessen Gezweig und flutendes Laubwerk nach oben strebend in den Himmel ragen. Die Zeit, in der du so verharrst, bringt mit sich, dass du von ihm lernst vermehrt stets von dir selbst aus zu handeln und er dir in fraglichen Situationen den richtigen Wink, dir Rat und Halt gibt, bis du gerade stehst, um dein Leben in angemessener Weise zu meistern.

Ohne dass du es merkst und selbst eigentlich deutlich weißt und dies dir bewusst ist, wird dieser Stamm immer mehr ein Teil deiner selbst, so dass es dir letztlich gelingt in größerer Unabhängigkeit und Selbstständigkeit deinen eigenen Weg nach deinen Zielen zu gehen und mit ihm und seiner Weisheit voran zu schreiten.
2015-05-01Vordem hören sie mich zwar, aber sie verstehen mich nicht. Wenn Sie mich wirklich hören würden, verstünden Sie mich auch in der gehörigen Weise. Dennoch erfassen Sie nicht begrifflich. Jeder Begriff wird hieraus das, was er hergibt, auf Wahrheit oder Falschheit untersucht. Und um stets voran zu kommen und weiter zu wissen, bedarf es immer wieder von neuem einer großen kraftvollen Anstrengung, so dass man auch der Aufgabe gerecht werde, sich mit den geeigneten Mitteln verständlich gemacht zu haben in diesen so manches Mal unwirtlichen Häusern.
2015-05-03Wollen wir denn das Pferd von hinten aufzäumen, wenn wir eine unser Menschendasein bestimmende Frage etwa so formulieren als ob der Planet, so paradox es sich anhört, als denkender Substanz vom Affen abstammt, seinen Vorgängern, den Mikroben und Kleinstlebewesen, von seiner Masse – wäre dann aufgrund ihrer destruktiven Rückbezogenheit und den Zugeständnissen an die Versuchungen der Gentechnik ins Ungewisse und Unvorhersehbare dieselbe nicht ein einziger großer Irrtum?
2015-06-11Seele definiert sich für mich dadurch, in dem sich unsere Wahrnehmungen (Empfindungen) als Erfahrungswerte in unserem Bewusstsein als solches manifestieren, so dass ich sagen könnte, ich erkenne mich in jener Farbe, einer Komposition aus Farben oder wie auch immer gearteten Sinnenreiz, der sich meiner Wahrnehmung erschließt.

Dann haben wir auch die Möglichkeit über jenes als Erfahrungswert und reines Mittel unseres Ausdruckswillens mit dem, was wir als Geist oder etwa die gestaltende Imagination eines Künstlers kennen, zu verfügen und danach zu handeln.
2015-06-21Den meisten Menschen, vornehmlich vielen Künstlern, die hierfür die Voraussetzung erst zu schaffen hätten und sich dann als solche zu Recht erst erkennen dürften, ist es einfach nicht gegeben, das Leben richtig zu verstehen.

Dies Erkennen und Verstehen eines Lebensbegriffs gelänge demnach nur wenn eine künstlerische Bewegung sich vor uns ereignete und sich sein Schöpfer in ihrem Fließen mitnehmen ließe.

Etwa sowie zwar das Sein in einem Moment ruht und stillsteht, jedoch es in der Natur unserer Äußerungen liegt, in einer fortgesetzten Reihe derselben in der Zeit zu liegen und dabei ein Fluss wie eine Bewegung des Erlebens uns vor Augen kommt.
2015-08-14Wird etwas nicht näher bezeichnet und nicht bei einem Namen genannt und liegt fernab frei schwebend im Raum handelt sich’s hierbei um die Liebe.
2015-08-21... kurz vor dem Erwachen: Sternbilder von einem tiefen Blau mit dem perlenden Weiß von Sternen davor, was von oben kam - oder aus allen Richtungen, wenn die Erde selbst hell - durchsichtig ist.
2015-09-24Die Malerei als Abstraktum schließt den Menschen aus ihrem Bild nicht aus, denn sie ist er selbst und gibt sich keinesfalls nur mit einem Abbild ihres ihn umgebenden Umfeldes als je gesichteten zufrieden, da der Mensch im abstrakten Bild schon jeweils als gegebene Größe darin inkludiert, er selbst ja es fertigt und sich dabei als homo ludens ausweist, weil er eo ipso humanum ist - sie selbst jene auf spielerische Weise fertigt.
2015-11-06Aus der Differenz von dem, wie etwas zu sein hat und dann wiederum nicht, lässt sich dessen Linie und Verlauf zu seinem Ursprung hin feststellen.
2016-04-25Durch einen Rausch an einer fragwürdigen Droge wurde bis heute noch niemand klüger und schadet höchstens durch sein Gebaren den Übrigen. Wer jedoch keinen oder nur selten Humor zeigt, bleibt im Grunde dabei ständig hinter seinem eigenen Niveau zurück.
2016-05-05Der Gedanke ist oft von solcher Stärke, dass er uns wie an lockenden unbekannten Kräften in unwegsamen Geländen an tödlichen Abgründen vorbeileitet.
2016-05-08An jenen Orten, wo braune Politik gemacht wird, ist sie daran am meisten zu erkennen so sie dabei kaum sichtbaren Schmutz an der Oberfläche hinterlässt.
Viele können froh sein vom Geschäft der Politik unberührt geblieben zu sein oder nicht gar zum Politiker geworden, denn so manche derer Wohnungen und Fenster nach draußen zieren schwarze Vorhänge, welche die Blicke der Vorüberwandernden dabei vor dir im Ahnungslosen halten.
2016-05-08Am meisten gelingt uns eine völlige Entspanntheit und das Erleben der Ruhe um uns her, wenn unser Blick nach innen gerichtet ist von sonstigen Aufmerksamkeiten unabgelenkt: Wir erleben uns dann selbst als Eines in Allem und Alles in Einem in einer Schau des uns allseits Umgebenden als empfangende Wesen von dem, was wir als Welt zu begreifen suchen und wir damit inmitten einer Empathie des in allem sonst gleich Gültigen.
2016-08-06Wir erleben die Welt in der Umkehrung, wenn wir unsere Gewohnheiten ändern und uns, so ist doch zu hoffen, das Leben noch Zeit dazu lässt.
2016-08-07Manche Menschen sind nur dann glücklich, wenn sie tatsächlich einen Grund dafür haben um wegen etwas traurig zu sein, zu empfinden und deswegen Regung zu zeigen.
2016-08-13Es genügt nicht, auf Gerechtigkeit nur zu hoffen; auch nicht, sie bloß zu erwarten, denn dadurch wird man ihrer nie oder nur in den seltensten Fällen teilhaftig.
2016-08-19Einfache sprachliche Strukturen ermüden unser Denken, sorgen mitunter für Relaxion und kompliziertere erschöpfen es - wie ich damit meine, Zutreffendes über unser Denken generell auszusagen.
2016-08-22Nichts ist so spannend und gewährt uns Einsicht in die Reichtümer des Lebens wie die Gegenwart. Wohingegen die Vergangenheit bestenfalls in der Nacherzählung von bereits Geschehenem und einmal Dagewesenem gewusst werden kann.
2016-09-19Der Schlaf gehört zum Leben dazu: Gerade so als ob wir wachen würden. Gerade eingedenk dieser Gewissheit dürfte es uns am leichtesten fallen, zur Ruhe zu kommen.
2016-10-12Wenn es etwas geben sollte was dich erhebt und dir deine Würde zurückgibt, dann ist es die Liebe, die dich wieder aufrecht gehen lässt.
Wenn du dabei auch manchmal gar wehmütig wirst, was nur heißt, dass du von da ab deine Umgebung mit neuen Augen sehen kannst, hinter die Masken der Wirklichkeit siehst und alles Unwichtige in seiner Bedeutungslosigkeit erkennst, so kann in dir jetzt ihre ganze kathartische Kraft zu walten beginnen.
2016-10-17Wer nicht auch im Geist des geschriebenen Worts eine Heimat findet, dem entgeht die Wahrheit.
2016-10-25Der Mensch ist nur dann gesund, wenn er nicht zugleich auch die Phänomene des Kranken an sich zeigt, um in dieser Dialektik der Erfahrungen seiner Leiblichkeit sich in einen Dialog mit seinem Nächsten einbringen zu können.
Erst mit dem Tod endet dann für ihn dies Gespräch und er vollendet damit an ihm sich und seine naturgemäße Reifung, Entwicklung und Reife.
2016-10-31Mit eigener Liebe und seinem Weinen an jemandem und anderen etwas und nur Gutes zu bewirken gelingt einem nur, wenn du es schaffst zur Gänze mit dir allein zu sein, so dass dein Nächster bald in umbangter Nacht Sorge um sich von dir erfährt.
2016-11-04Wer seine Lektionen gelernt hat, kann bei sich Platz für Neues schaffen, befindet sich allemal in größerem Einklang mit dem was ihn bisher und die eigenen Bestrebungen geformt, als dies ihm zuvor möglich war.
2016-11-06Ach wie abenteuerlich durchschreitet man doch manchmal die Welt und es stimmt einen froh und hoffungsvoll, wenn in schwierigen Situationen sich etwas aus der Erinnerung hervorschält, das einem die alles umfassende Problematik unseres Daseins beizeiten vergessen lässt, uns die Kraft zu einem neuen Beginnen verleiht und uns zu einem Wissen aus unserer Erfahrung erwächst, welches nicht über seine Authentizität hinwegtäuschen lässt.
2016-11-07Die besten Ergebnisse können dann erzielt werden, wenn man eben nur das tut, was man wirklich kann. Dies schützt einen vor Selbstüberschätzung und bringt einen dabei sogar viel schneller zu dem, was man erreichen will, um nicht gleich gegenteilig vom Weg in Irrungen abzuweichen.
Es ist dann auch darauf zu achten, sich vor den anderen nicht zu überhöhen, dann bleibt man mit dem Erreichten schließlich der, als den man dich damit vorher kannte, wird deine Botschaft und das Werk, das du vollbringst auch richtig verstanden so wie du es meintest und du es dir erdachtest.
2016-11-07Die Wahrheit soll stets ans Tageslicht, solange sie unseren Mitmenschen in seinen naturgemäßen Rechten nicht schadet und er selbst nichts zu verbergen hat. Sie ist unteilbar in ihrer Allgegenwärtigkeit, denn jeder weiß um sie und jeder ist auch nur bei dem kleinsten Anflug ihres Hauchs dazu aufgerufen, sich für sie aufzuwenden und ihr unmissverständlich Ausdruck zu geben.
2016-11-12Ist es denn eine besondere Innigkeit, und was ist dies, jene Innigkeit, welches die Voraussetzung bildet, nach der wir uns mit den Dingen verbunden wissen, die eine räumliche Nähe schafft, welche uns dazu verlockt, uns mit unseren Sinnen bis in die letzten Winkel der von uns bewohnten Kammern zu verströmen? – Wie sich insgleichen die Frage stellt, wann denn der ideale schöne Ton, wenn wir im Verhältnis zu jenen Dingen sind, beginnt, uns verstummen lässt und wir gänzlich aufhorchen. Es beginnt schon, indem wir das erste Geräusch oder einen Laut wahrnehmen, die sich in uns festsetzen, einen Eindruck bewirken, welcher sich dann zu einem vollständigen Bild zusammenfügt, all unsere Sinne anrührt und uns so in allem Weiteren begleitet. Und was ist es, was uns Eins werden lässt mit dem was über die Grenzen unserer Wahrnehmung hinaus existiert?
Der Mensch wäre seit nicht allzu langer Zeit bereits in der Lage und dazu disponiert, von sich aus nach seinen Vorstellungen und gutem Plan ein positives Weiterkommen für die Welt zu sichern, was es uns mithin ermöglicht im Verbund mit jener Innigkeit zurückzukehren zu den Anfängen, sie für unser gegenwärtiges Hiersein zu aktivieren, um der Welt neu zu begegnen, Antworten zu finden auf Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt, wie auch auf die Beantwortung der Fragen nach den letzten Dingen.
Worin liegt nun folglich der Grund dafür, weshalb wir sie dann in der Weise sehen dürfen, wie sie uns zuerst groß, aber ungebändigt, jedoch in ihrer Einfachheit dennoch wie ein zugleich unfassbares Wesen wie von ihr in uns selbst bewohnt, sie ebenso den Boden bewandert, auf dem wir selbst nächstens unserer selbst wandeln?
Dies mag für uns wohl noch lange Zeit ein Geheimnis bleiben, was vielleicht für uns so das Beste sein dürfte, dass wir ein Hoffen auf Genesung von allem Übel und Leid nie ganz aufzugeben hätten. Denn aus der Zusammenführung der Nähe zu den Dingen, deren Klang, unserem Fragen, einer Sehnsucht nach der Lösung eines Fragens nach den letzten Dingen und dem Unbekannten, entsteht uns eine Vorstellung von der Entstehung eines Bildes wie auch des Er-lösungsgedankens, welcher aus einer Besinnung über die Auflösung des Leibes in den künftigen Menschen mündet.
2016-11-17Das etymologische Wissen um die Vielzahl und den Ursprung der Worte, wie wir sie gebrauchen, ist unsere beste Lehre.
Die Sprache, in der wir sie sprechen, umhüllt sie dann wie von selbst und gleich selbstverständlich in unserem Bemühen ihnen in der richtigen Weise Ausdruck zu verleihen. Danach beginnt sich erst unser Wissen im Allgemeinen zu orientieren und unsere Umwelt durch jenes besser zu verstehen als zuvor.
Sodann entwickelt sich in uns ein Bewusstsein durch sie im Gebrauch ihrer Elemente, das uns in einem weiterführenden Denken ermutigt und es uns möglich macht, aus unserer vormaligen Situation herauszutreten zu jenem hin, was wir als eine Gemeinschaft von Sprechenden, als einer Sprachgemeinschaft erleben dürfen.